Microsoft nimmt zweiten Anlauf bei Yahoo!

Man spreche mit Yahoo! über eine Transaktion, die keine volle Übernahme bedeute, teilte Microsoft in der Nacht zu Montag am Firmensitz in Redmond mit. Der Konzern betonte, die Übernahme von Yahoo! zu einem späteren Zeitpunkt sei aber nicht ausgeschlossen.  Yahoo! zeigte sich verhandlungsbereit. Das Unternehmen sei offen für jedwede Transaktion, die im Interesse der Aktionäre sei, entgegnete der Konzern. Dazu zähle auch jegliches Microsoft-Angebot. In welche Richtung die jetzigen Gespräche laufen, ist unklar. Microsoft liess lediglich wissen, das Unternehmen wolle weiterhin sein Online-Geschäft ausbauen.


Übernahme gescheitert
Die Übernahme von Yahoo! war Anfang Mai spektakulär gescheitert, weil sich beide Seiten nicht auf einen Preis hatten einigen können. Microsoft zog daraufhin sein zuletzt auf 47,5 Milliarden Dollar (31 Mrd Euro) erhöhtes Angebot zurück. Zwischenzeitlich haben sich Investoren bei Yahoo! eingekauft, die das Management zu einem Verkauf an Microsoft zwingen wollen. Der bekannteste Vertreter ist der streitbare US-Milliardär Carl Icahn. Er will den Verwaltungsrat mit eigenen «handverlesenen Kandidaten» neu besetzen. Der Chef des Gremiums, Roy Bostock, wies das Ansinnen Mitte vergangener Woche jedoch zurück. Bostock stellte damals klar, Yahoo! sei weiter zur Prüfung eines höheren Angebots auch von Microsoft bereit. Er betonte, Yahoo! hätte einer Übernahme für 37 Dollar je Aktie statt der von Microsoft gebotenen 33 Dollar zugestimmt.


Harte Methoden
Icahn hält 4,2 Prozent der Yahoo!-Anteile und will weiter aufstocken. Einer der Gesinnungsgenossen des Milliardärs ist der Hedge-Fonds Paulson & Co, der sich etwa 3,6 Prozent gesichert hat. Paulson kündigte Rückendeckung für Icahn bei der am 3. Juli anstehenden Wahl des Verwaltungsrates an. Über das Gremium könnten die Investoren Yahoo!-Chef Jerry Yang zur Annahme eines Übernahmeangebots drängen oder dessen Ablösung betreiben. Yahoo! wiederum könnte den Kritikern als Kompromiss einige Sitze im Verwaltungsrat anbieten, um eine totale Konfrontation abzuwenden. Icahn erreichte mit seinen harten Methoden bereits bei einer Reihe von Unternehmen Fusionen und Verkäufe. (awp/mc/ps)

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