Milchindustrie fordert wettbewerbsfähige Rohstoffpreise

Das von der Branchenorganisation Milch (BO Milch) festgelegte Milcheinkaufsmodell, das mit einer Segmentierung der Rohstoffpreise auf diese Marktsituation eingehe, sei somit richtungsweisend. Die Vertreter der VMI, darunter Emmi, Cremo, ELSA und Hochdorf Swissmilk, spielen eine bedeutende Rolle in der BO Milch.


Neues Marktmodell
Vergangene Woche haben die Delegierten der BO Milch, in der Produzenten, Handel und Verarbeiter vertreten sind, einem neuen Marktmodell zugestimmt, um den Preiszerfall für die Milch zu stoppen. Dieses sieht drei Kategorien vor: Für Milch, die in der Schweiz verkauft wird (A-Segment), sollen die Bauern einen vertraglich festgelegten Preis bekommen. Ein alle drei Monate angepasster Richtpreis, der zurzeit bei 65 Rappen liegt, soll dafür als Anhaltspunkt dienen. Das Reglement sieht auch vor, dass mindestens 60% der Milch in dieser Kategorie verkauft werden können. Weniger Geld gibt es für die Milch, die in die EU exportiert wird (B-Segment), und noch tiefer dürfte der Preis ausfallen für die Menge, die auf den Weltmarkt gebracht wird (C-Segment).


Absage an Motion Aebi
Diese Regeln sind vorerst für die Mitglieder der BO Milch verbindlich. Ob dem Bundesrat ein Antrag auf Allgemeinverbindlichkeit gestellt wird, entscheidet der Vorstand später. Kritisch äusserte sich die VMI über die im Oktober vom Nationalrat angenommene Motion Aebi für eine Milchmengensteuerung. Die Umsetzung der Forderung von Nationalrat Andreas Aebi (SVP/BE) «wäre in einer zunehmend international vernetzten Milchwirtschaft kontraproduktiv und würde die Rahmenbedingungen in einem sich weiter öffnenden Markt für Milchproduzenten und -verarbeiter deutlich verschlechtern».


VMI-Jahresumsatz von 3,2 Mrd Franken
Die Mitglieder der VMI erzielten 2009 einen Exportumsatz von 400 Mio CHF. Sie verarbeiten 2,1 Mrd Kilogramm Milch, knapp zwei Drittel der gesamten Schweizer Milchmenge. Insgesamt realisierten die Milchverarbeiter aus dieser verarbeiteten Milchmenge einen Umsatz von 3,2 Mrd CHF. Sie verfügen in der Schweiz über rund 5000 Arbeitsplätze. Der Nationalrat stockte am Mittwoch in der Budgetdebatte die Gelder für Milchbauern auf. Er beschloss, den Kredit für die Verkäsungszulage 2011 wieder um 45 Mio auf 292 Mio CHF zu erhöhen. (awp/mc/ps/20)

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