Neuer Daimler-Aktionär schliesst höhere Beteiligung nicht aus

Einen Sitz im Aufsichtsrat strebt der Manager derzeit nicht an. «Im Augenblick beabsichtige ich nicht, einen Sitz im Aufsichtsrat einzunehmen. Vielleicht später einmal.» Die von der staatlichen Investmentgesellschaft International Petroleum Investment Company (IPIC) kontrollierte Investmentfirma Aabar war am Sonntag mittels einer Kapitalerhöhung bei den Stuttgartern eingestiegen. Aabar zahlt 20,27 Euro je Aktie oder insgesamt rund zwei Milliarden Euro.


«Langfristiger Schlüsselinvestor»
Daimler-Chef Dieter Zetsche führte ein ganzes Bündel von Beweggründen an, weshalb man den Vorschlag zum Einstieg von Aabar angenommen habe. Man erhalte einen langfristigen Schlüsselinvestor, der die Kapitalbasis des Automobilherstellers weiter festige, so Zetsche. Auch sehe er das Engagement von Aarbar als «eindeutiges Signal, dass langfristige Investoren von uns überzeugt sind». Gerade in der konjunkturell schwierigen Situation unter der Daimler, wie alle Automobilhersteller leide, erhöhe der Finanzmittelzufluss die Schlagkraft des Unternehmens, in zukunftsweisende Technologien zu investieren. Zudem hätten die beiden Unternehmen eine Reihe von Bereichen identifiziert, in denen man zusammenarbeiten wollte. Hierzu zählte Zetsche die Entwicklung von Elektrofahrzeugen, neue Verbundwerkstoffe auf petrochemischer Basis sowie die Ausbildung von jungen Ingenieuren in der Golfregion.


Bekenntnis zur Unternehmensleitung
Mit der Entscheidung für Daimler habe man seinen Partner in der Automobilindustrie gefunden, so Al Qubaisi. Weitere Investitionen in der Branche würden nun nur noch in Zusammenarbeit und über Daimler geschehen. «Voll und ganz stehe ich zu dem Unternehmen und auch zu der Unternehmensleitung.» Die Investitionsvereinbarung beziehe sich auf Daimler als Gesamtkonzern, ergänzte Zetsche. Eine Zerschlagung oder Aufspaltung des Unternehmens sei nie Teil der Gespräche gewesen.


«Daimler nicht beibringen, wie man Autos baut»
Allerdings will Al Qubaisi stärker in Erscheinung treten, als die schon seit 1974 an Daimler beteiligten Kuwaitis, deren Anteil durch die Kapitalerhöhung von 7,6 auf 6,9 Prozent geschrumpft ist. Al Qubaisi plant mindestens alle Vierteljahr an Ausschusssitzungen teilzunehmen und sich regelmässig mit dem Management abzusprechen. Bei der Unternehmensführung wolle er sich aber nicht einmischen «und wir wollen ihnen auch nicht beibringen, wie man Autos baut». Einer Produktion in Abu Dhabi erteilte Al Qubaisi, der auch Geschäftsführer von IPIC ist, eine Absage. «Wir sind nicht daran interessiert, Fahrzeuge in Abu Dhabi zu fertigen.» (awp/mc/ps/23)

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