Ölpreise sinken zeitweise auf Drei-Jahres-Tief – Hohe Unsicherheit

Ein Fass der Nordseesorte Brent sank zwischenzeitlich auf bis zu 50,60 Dollar. Weniger hatte Rohöl zuletzt im Oktober 2005 (WTI) beziehungsweise Juni 2005 (Brent) gekostet. Zuletzt erholten sich die Ölpreise wieder etwas. US-Rohöl kostete am frühen Nachmittag 56,75 Dollar und damit 59 Cent mehr als zum Handelsschluss am Vortag. Ein Fass Brent wurde zuletzt mit 52,64 Dollar gehandelt. Das waren 32 Cent mehr als am Mittwoch.


Schwache Aktienmärkte, kräftige Nachfrageabschwächung
Händler begründeten die anhaltende Talfahrt am Ölmarkt vor allem mit nach wie vor sehr schwachen Aktienmärkten und Sorgen vor einer kräftigen Nachfrageabschwächung. Angesichts einer drohenden Weltwirtschaftskrise seien die Investoren stark verunsichert, hiess es. Untermauert wurden diese Sorgen laut Commerzbank durch die jüngsten Prognosen des US-Energieministeriums, wonach für das laufende Jahr ein Rückgang des Ölverbrauchs in den USA erwartet wird. Dies wäre der erste Nachfragerückgang seit dem Jahr 1980.


In Erwartung einer OPEC-Förderkürzung
«Angebotsrisiken werden am Markt zurzeit vollkommen ignoriert», heisst es bei der Commerzbank weiter. So werde das weltweit bedeutendste Ölkartell, die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC), ihre Fördermenge aller Voraussicht nach spätestens im Dezember erneut senken. Laut OPEC-Präsident Chatib Khelil ist eine Kürzung bereits Ende November möglich. Am Ölmarkt warten die Marktteilnehmer auf die Veröffentlichung der wöchentlichen Öllagerdaten aus den USA am Nachmittag.


OPEC-Rohöl erneut billiger
Weiter gesunken ist auch der Preis für OPEC-Rohöl. Erstmals seit Januar 2007 sank der sogenannte Korbpreis unter die Marke von 50 US-Dollar. Ein Barrel aus den Fördergebieten des Kartells habe am Mittwoch 49,94 US-Dollar gekostet, teilte das OPEC-Sekretariat am Donnerstag in Wien mit. Das waren 2,30 Dollar weniger als am Dienstag. Die OPEC berechnet ihren täglichen Durchschnittspreis auf der Basis von 13 wichtigen Sorten der Mitgliedsländer. (awp/mc/pg/24)

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