Philippa Malmgren, Präsidentin The Canonbury Group: «USA-China-Rivalität Grund für weltweite Kreditklemme»

Philippa Malmgren, Präsidentin The Canonbury Group: «USA-China-Rivalität Grund für weltweite Kreditklemme»

von Gérard Al-Fil


 


Vermögensverwalter, die für ihre Kunden einen Überrendite erzielen wollen, müssen mehr denn je die geopolitischen Situation in ihre Strategie miteinbeziehen. Dies war die Kernaussauge von Dr. Philippa Malmgren’s Keynote-Rede auf der 1. Mittelost-Konferenz für alternative Anlagen (GAIM) in Dubai. Die weltweite Kreidtklemme sei v. a. das Ergebnis erhöhter Gegensätze zwischen den USA und der Volksrepublik China.


 


«China-Bashing» als Walhkampfthema


Begonnen hätten die erhöhten Spanungen als China am 11. Januar 2007 einen Testsatelliten von der Erde aus abgeschossen hatte. Malmgren: «Damit wurde die Übermacht des US-Militärs, das vollständig von Sateliten abhängig ist, erstmals seit Jahren in Frage gestellt.» Ausserdem habe China den US-Dollar bewusst unter Druck gesetzt, indem es bei der März-Auktion für US Treasury Bills keine Gebote abgegeben habe und sich auch beim Kauf amerikanischer Immobilien zurückhielt. Dadurch sei ein Zyklus gebrochen worden. «Schlagartig floss aus China weniger Liquidität in die Märkte als üblich, woraufhin die Kapitalkosten stiegen und die Hypothekenmärkte ins Wanken gerieten», erklärt Malmgren. «Der Zeitpunkt der Entdeckung von Giftstoffen in Spielzeugen «Made in China» im vergangenen Frühjahr war also nicht zufällig», stellt Malmgren klar, die diesen  Kampagne als Teil des «China-Bashing» (Prügel für China) im Vorwahljahr der USA sieht.


 


«Rohstoffhausse wird weitergehen»


«China könnte das US-Handelsbilanzdefizit mit einem Wimpernschlag beseitigen, wenn Washigton den Export von Hightech-Gütern in die Volksrepublik zulassen würde. Doch das ,Reich der Mitte» pflegt gute Beziehungen zum Iran und Amerika will die Weitergabe von eigener Hightech in den Gottesstaat verhindern», sagt Malmgren. Die Rohstoffhausse würde wegen der wachsenden Kriegsgefahr zwischen den USA und dem Iran weitergehen, genau wie der Preisschub bei Soft Commodities. So seien auch die Unruhen in Birma zu erklären: «Nicht nur in Birma wird Reis knapp und teuer und dies treitb die Leute auf die Strasse – und nicht weil ihnen über Nacht die Demokratie gefällt.» Im Asset Management sei derzeit eine defensive Strategie angebracht. Für die westlichen Märlte, die nur 8 – 10% unter ihren Allzeithochs notierten, sei sie «bearish» eingestellt.

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