Porsche bremst Absatzrückgang deutlich

In den ersten vier Monaten hatte das Minus im Vergleich zum Vorjahr noch bei rund einem Viertel gelegen. Der Umsatz ging den vorläufigen Zahlen zufolge im Zeitraum von August bis Januar um 3,3 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro zurück. Die positive Entwicklung ist in erster Linie auf das neue viertürige Modell Panamera zurückzuführen. Davon wurden bereits rund 8.200 Exemplare verkauft. Für den übrigen Jahresverlauf rechnet das Unternehmen mit einem weiteren Anziehen der Nachfrage. Insgesamt sollen die Verkäufe bis Ende Juli das Vorjahr mit 75.238 Wagen übertreffen. Wegen der bilanziellen Folgen der geplanten Verschmelzung mit Volkswagen stellt sich das Unternehmen aber auf einen neuerlichen Milliardenverlust ein.


Winterkorn verteidigt integrierten Konzern
Auf der Hauptversammlung verteidigte der neue Porsche-Chef und VW-Konzernvorstand Martin Winterkorn das Zusammengehen von Porsche und Volkswagen. Dadurch könnten auch die erforderlichen Milliardeninvestitionen in neue Technologien leichter geschultert werden. Hier bedeuteten vor allem die künftigen CO2-Gesetzgebungen in Europa, den USA und in China grosse Herausforderungen. Die erwarteten Synergien bei Entwicklung, Einkauf und Produktion könnten wesentlich zur Wettbewerbsfähigkeit beider Unternehmen beitragen, sagte Winterkorn. Der neue Porsche-Chef verwies auch auf bereits bestehende Kooperationen von Porsche und VW. «Jetzt haben wir die einmalige Chance, sie deutlich zu intensivieren.» Erste Erfolge sollten bereits im Verlauf des Jahrs sichtbar werden.


150’0000 Fahrzeuge jährlich zum Ziel
Mittelfristig werde die Jahresproduktion bei Porsche auf 150.000 Fahrzeuge wachsen, bekräftigte Winterkorn frühere Aussagen. Dazu werde es auch neue Baureihen geben. Winterkorn verwies auf die Erfahrungen des Konzerns, mehrere Marken eigenständig unter einem Dach zu führen und versprach, «ein Porsche muss immer zu 100 Prozent ein echter Porsche sein». Bis Porsche als zehnte Marke in den VW-Konzern integriert wird, sind aber noch einige Hürden zu nehmen. Zunächst steht die Entschuldung von Porsche an. Dazu soll 2011 eine Kapitalerhöhung über insgesamt fünf Milliarden Euro, je zur Hälfte über Stamm- und Vorzugsaktien, beitragen. Im gleichen Jahr ist die Verschmelzung beider Unternehmen geplant. Die Aktionäre sollen den Plänen noch in diesem Jahr auf einer gesonderten Hauptversammlung zustimmen.


Kritik der Aktionäre erwartet
Auf der heutigen Hauptversammlung dürften die Aktionäre kritische Frage zur gescheiterten VW-Übernahme stellen, die letztlich zum Abgang der früheren Vorstände Wendelin Wiedeking und Holger Härter führte. Die Entlastung der beiden Vorstände soll vertagt werden, bis die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen abgeschlossen sind. Geprüft werden Vorwürfe der Marktmanipulation sowie der unbefugten Weitergabe von Insiderinformationen. Zur Abstimmung steht zudem, künftig die Vorstandsgehälter offenz legen, das Geschäftsjahr dem Kalenderjahr anzupassen und mit Scheich Jassim Bin Abdulaziz Bin Jassim Al-Thani einen Vertreter des neuen Grossaktionärs Katar für die nächsten vier Jahre in den Aufsichtsrat zu wählen. Trotz der hohen Verschuldung von Porsche sollen die Aktionäre eine Dividende erhalten. Die Vorschläge lauten 0,05 Euro je Vorzugsaktie beziehungsweise 0,044 Euro je Stammaktie. (awp/mc/ps/13)

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