SBB: Bundesrat legt strategische Ziele fest

Dies teilte das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) am Mittwoch mit.  Bisher habe SBB Cargo auch andere Aufgaben wahrgenommen, etwa Management und Marketing, hiess es beim UVEK auf Anfrage. Nun solle sich das Unternehmen ganz auf seine Kernaufgabe konzentrieren, den Transport. Dies hatte SBB-Chef Andreas Meyer im Sommer bereits angekündigt, als er die Auslagerung des internationalen Güterverkehrsgeschäft bekannt gab. Zusammen mit der Hupac gründete die SBB die Gesellschaft SBB Cargo International, an welcher SBB Cargo 75% hält. Für die Minderheitsbeteiligung bezahlte Hupac laut Meyer einen Betrag in zweistelliger Millionenhöhe.


SBB Cargo seit Jahren mit Verlusten
SBB Cargo schreibt seit Jahren rote Zahlen. Im ersten Halbjahr 2010 betrug das Defizit 50 Millionen Franken, was einer Verdoppelung gegenüber der Vorjahresperiode entspricht. Die SBB führte die roten Zahlen in erster Linie auf Mehrkosten für den Rollmaterialunterhalt und den schwachen Euro-Kurs zurück. Nach den Vorgaben des Bundesrates soll SBB Cargo International nun bis 2013 Gewinn erwirtschaften. SBB Cargo soll im Binnenverkehr ein auf den Bedarf der verladenden Wirtschaft ausgerichtetes Wagenladungsverkehrsnetz eigenwirtschaftlich betreiben.


Personenverkehr: Qualitatives Niveau halten
Ziele legte der Bundesrat auch für andere Beriche der SBB fest. Beim Personenverkehr seien die Kapazitäten von Schienennetz und Rollmaterial nach Jahren mit einer starken Zunahme der Passagiere vielerorts ausgeschöpft, hält er fest. Angesichts des prognostizierten Verkehrswachstums erwarte der Bundesrat von der SBB, dass sie das qualitativ hohe Niveau auch in Zukunft zu halten vermöge. Im liberalisierten internationalen Verkehr erwarte er, dass die SBB ihre Marktstellung durch Kooperationen stärke und somit gute Verbindungen zu europäischen Wirtschaftszentren sicherstelle.


Immobilien marktorientiert bewirtschaften
Die Division Immobilien soll das Immobilienportfolio marktorientiert bewirtschaften und die Bahnareale gezielt weiterentwickeln. Die Erträge der Division Immobilien sollen nach wie vor wesentlich zur Sanierung der SBB-Pensionskasse beitragen und die Bundesfinanzierung der Infrastruktur um jährlich 150 Millionen Franken ergänzen. Die Ziele wurden in Zusammenarbeit mit der SBB erarbeitet, wie das UVEK festhält. Dem Bund als Alleinaktionär der SBB, obliegt es, dem Unternehmen jeweils für vier Jahre strategische Ziele vorzugeben. Ob die Ziele erreicht wurden, überprüft der Bundesrat jährlich. (awp/mc/ps/15)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.