SGL Group blickt nach Rekordjahr optimistisch in die Zukunft

Angesichts voller Auftragsbücher und der gestärkten Marktposition sei er unverändert zuversichtlich, 2008 neue Rekordmarken bei Umsatz und Ergebnis zu erreichen, sagte Vorstandschef Robert Koehler am Mittwoch in Wiesbaden und konkretisierte zugleich das Gewinnziel. Auch darüber hinaus stellt SGL weiteres Wachstum in Aussicht. Der Konzern profitiert vor allem vom anhaltenden Stahl- und Aluminiumboom sowie der wachsenden Nachfrage nach Carbon-Werkstoffen und hat dank dieser Entwicklungen 2007 seinen Gewinn unter dem Strich mehr als verdreifacht. Die Aktie sprang zu Handelsbeginn in einem freundlichen Umfeld um mehr als vier Prozent nach oben.


Umsatz auf 1,373 Milliarden Euro geschraubt
Die SGL Group verbesserte 2007 ihren Umsatz um 15 Prozent auf 1,373 Milliarden Euro. Der operative Gewinn (EBIT) verbesserte sich gegenüber dem um eine Kartellstrafe bereinigten Vorjahreswert um 50 Prozent auf 254,5 Millionen Euro. Unter dem Strich verdiente SGL auch dank der Neufinanzierung und einer deutlich geringeren Steuerquote 130 Millionen Euro nach 40,7 Millionen Euro im Vorjahr. Von dpa-AFX befragte Analysten hatten mit einem Umsatz von 1,377 Milliarden, einem EBIT von 250 Millionen und einem Überschuss von 117 Millionen Euro gerechnet.


Starkes Wachstum in Aussicht
Im laufenden Jahr will der Wiesbadener Konzern beim Umsatz um 10 bis 15 Prozent wachsen. Der operative Gewinn soll sich dazu überproportional um 15 bis 20 Prozent verbessern. Vor Steuern und unter dem Strich stellt SGL ein noch stärkeres Plus in Aussicht. Zudem kündigte das Unternehmen an, in diesem Jahr insgesamt etwa 200 Millionen Euro aus dem operativen Cashflow in sein Wachstum zu investieren. Im vergangenen Jahr lagen die Investitionen bei rund 130 Millionen Euro.


SGL firmiert künftig als «SGL Carbon SE»
Für die nächsten vier bis fünf Jahren peilt SGL dann ein jährliches Umsatzwachstum von fünf bis zehn Prozent aus eigener Kraft an. Die Umsatzrendite, die im vergangenen Jahr auf 18,5 (14,3) Prozent stieg, soll dabei im Schnitt bei mehr als zwölf Prozent liegen. SGL Group werde ihr Technologie- und Produktportfolio konsequent auf spezifische Wachstumsmärkte und die Teilnahme an Trends rund um Carbon und Graphit ausrichten, hiess es. Um der zunehmend internationalen Ausrichtung sowie der Bedeutung des europäischen Heimatmarktes Rechnung zu tragen, will sich der Kohlenstoffspezialist in eine Europäische Gesellschaft umwandeln. Die SGL solle künftig als «SGL Carbon SE» firmieren.


Aktie legt kräftig zu
Der Markt reagierte begeistert auf die Zahlen. Teilnehmer lobten neben dem konkreteren Gewinnausblick vor allem die Gewinnziffern des vergangenen Jahres. Im frühen Handel notierte das Papier 4,26 Prozent im Plus bei 38,89 Euro. UniCredit-Analyst Christian Obst bezeichnete SGL als Wachstumstitel mit solidem Cashflow. Dieser könne für die geplanten Investitionen in Malaysia verwendet und in das Geschäft mit Carbonfasern gesteckt werden.


Sparten
Zu dem Rekordergebnis des vergangenen Jahres trugen nach Angaben von SGL alle Geschäftsbereiche bei. Besonders heraus stach erneut der Bereich Performance Products, der das Kerngeschäft mit Graphitelektroden für die Stahl- und mit Kathoden für die Aluminiumindustrie zusammenfasst und bei Umsatz und Gewinn deutlich zweistellig zulegte. Auf die Nachfrage vor allem aus den boomenden asiatischen Ländern reagiert der Konzern mit dem neuen voll integrierten Carbon- und Graphit-Wert in Malaysia, das mit einer Gesamtkapazität von etwa 60.000 Tonnen die internationale Wettbewerbsfähigkeit weiter stärken soll.


Carbon-Werkstoffe im Trend
Darüber hinaus profitiert SGL in den hochentwickelten Ländern vom Trend zu immer leichteren und belastbareren Carbon-Werkstoffen – etwa in der Flugzeug-, Auto- oder Windenergie-Industrie. Die Sparte Carbonfasern und Verbundwerkstoffe (CFC) steigerte den Umsatz um ein Viertel, schaffte 2007 den Sprung in die Gewinnzone und soll in den nächsten Jahren deutlich zulegen. Dazu soll auch die Verdreifachung der Produktionskapazität bis zum Jahr 2012 beitragen. Im Geschäft mit Graphitspezialitäten (GMS) konnte SGL dank der Nachfrage unter anderem aus der Solar- und Chemieindustrie die Profitabilität verbessern und plant weiteres Wachstum. (awp/mc/ps)

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