SGS erwirbt FCC-Tochter ITV

Die Transaktion dürfte noch vor Jahresende angeschlossen werden. ITV betreibt den Angaben zufolge gegenwärtig in Spanien 43 Inspektionszentren in sechs Regionen und beschäftigt 660 Mitarbeitende. Jährlich werden mehr als 1,5 Mio Fahrzeuge inspiziert. In Argentinien unterhält ITV in den Provinzen Buenos Aires und Cordoba 32 Inspektionszentren und beschäftigt 173 Mitarbeiter. ITV Argentina inspiziert jährlich über 0,9 Mio Fahrzeuge.


«Plan 2014»
Nach Meinung der Bank Vontobel ist die ITV-Übernahme ein äusserst positiver Schritt in der Umsetzung des «Plans 2014». Den im Herbst vorgestellten Plänen zufolge will SGS den Gewinn bis 2014 fast verdoppeln. Insbesondere die Automotive-Sparte komme damit dem Ziel, bis 2014 einen Umsatz von 400 Mio CHF zu erreichen, einen grossen Schritt näher. Neu komme die Sparte auf 285 Mio CHF Umsatz, so der zuständige Vontobel-Analyst Jean-Philippe Bertschy.


ZKB: «Eher teurer Zukauf»
Nach Einschätzung der ZKB gewinnt die SGS mit dieser Akquisition in einem strategischen Wachstumsbereich mehr Schlagkraft. Das Geschäft sei sehr stabil und einigermassen unzyklisch. Allerdings erscheine der Zukauf eher teuer: Für einen Umsatz von 64 Mio EUR bezahle das Unternehmen 180 Mio EUR oder knapp das Dreifache des Umsatzes. SGS selbst sei mit rund dem 2,6-fachen des Umsatzes bewertet.


Aktie von Akquisition praktisch unberührt
Vontobel-Analyst Bertschy geht denn auch angesichts des Übernahmepreises davon aus, dass die Marge der akquirierten ITV bei mindestens 20% liegt. SGS erreichte 2009 vor Sondereffekten eine EBIT-Marge von 17,3%. ITV werde aber für die SGS nicht nur hohe Margen, sondern auch einen stabilen Cashflow erwirtschaften. Zudem dürfte das Unternehmen in der Lage sein, das Übernahmetempo der SGS zu erhöhen. An der Schweizer Börse schlägt die teuerste von SGS je getätigte Akquisition kaum Wellen: Die SGS-Papiere ziehen bis um 09.30 Uhr um 0,4% auf 1’668 CHF an, während der am SMI gemessene Gesamtmarkt 0,21% höher notiert. (awp/mc/ps/03)

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