Sorge um US-Konjunktur drückt US-Ölpreis zeitweise unter Marke von 90 Dollar

Am späten Nachmittag wurde ein Barrel mit 90,06 Dollar gehandelt. Das waren 2,27 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent ging um 1,92 Dollar auf 90,61 Dollar zurück.


Enger Zusammenhang zwischen Ölpreis und Aktienkursen
«Derzeit gibt es einen recht engen Zusammenhang zwischen Ölpreis und Aktienkursen», sagte Experte Victor Shum von Purvin & Gertz. Die Aktienmärkte stünden trotz der kräftigen Zinssenkungen der US-Notenbank weiter im Bann der erwarteten kräftigen Abschwächung der US-Wirtschaft. Dies drücke auch den Ölpreis. Denn eine kräftige Abkühlung der US-Wirtschaft dürfte auch die Ölnachfrage spürbar dämpfen, sagte Shum. Enttäuschende wöchentliche US-Arbeitsmarktdaten schürten zuletzt die Konjunktur-Sorgen.


Ölnachfrage gedämpft
Am Vorabend hatten die Ölpreise nach der erneuten Zinssenkung der Federal Reserve zunächst zugelegt, im weiteren Verlauf gaben sie aber wieder nach. Experten erklärten dies zum einen damit, dass die Zinssenkung am Markt erwartet worden sei. Zum anderen hätten Konjunkturdaten negativ überrascht. Dies habe die Aussichten für die Ölnachfrage gedämpft und mithin die Ölpreise belastet, hiess es.


OPEC Treffen dürfte keine neuen Impulse bringen
Nachdem in den letzten Tagen die Meldungen über die Zinssenkungen in den USA dem Ölmarkt erneut Auftrieb gegeben haben, dürften laut Commerzbank-Experte Eugen Weinberg in den kommenden Wochen schlechte Konjunkturnachrichten aus den USA zu einer erneuten Korrektur führen. Der am Freitag erwartete US-Arbeitsmarktbericht für Januar und der Einkaufsmanagerindex könnten im Falle einer negativen Überraschung «den Stein ins Rollen» bringen. Dagegen dürfte das ebenfalls am Freitag stattfindende OPEC Treffen keine neuen Impulse bringen, da der Markt wohl in seiner Einschätzung von vorerst unveränderten Quoten bestätigt werden dürfte. Klare Signale für mögliche Entscheidungen auf dem nächsten Treffen Anfang März in Wien erwartet Weinberg nicht.


Förderquoten voraussichtlich nicht antasten
Die Ölminister der 13 OPEC-Staaten treffen sich an diesem Freitag zu ihrer ersten Sitzung des Jahres. Doch trotz des unverändert hohen Preisniveaus von rund 90 US-Dollar pro Barrel wird das Kartell seine Förderquoten voraussichtlich nicht antasten. «Die uns zur Verfügung stehenden Daten deuten nicht darauf hin, dass es zu wenig Öl auf dem Markt gibt», sagte der irakische Ölminister Hussain al Scharistani, am Donnerstag. Und der saudi-arabische Ölminister Ali Naimi bekräftigte: Für die hohen Ölpreise ist vor allem die Spekulation verantwortlich». Der Trend, so meinten Experten am Donnerstag in Wien, geht zurzeit eher zu niedrigeren Förderquoten. Bereits im März könnten die Minister in Wien eine Drosselung der Förderung beschliessen.


OPEC-Preis leicht gestiegen
Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) ist am Mittwoch unterdessen leicht gestiegen. Nach Angaben des OPEC-Sekretariats vom Donnerstag kostete ein Barrel aus den OPEC-Fördergebieten durchschnittlich 88,77 Dollar. Das waren 38 Cent mehr als am Dienstag. Die OPEC berechnet ihren sogenannten Korbpreis auf der Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells. (awp/mc/gh)

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