Swiss: Keine Kürzung der Pilotenlöhne aber Entlassungen


Die Swiss wird die Löhne ihrer Piloten nicht kürzen. „Aber wir müssen für den selben Lohn mehr arbeiten“, sagte Finanzchef Ulrik Svensson in einem Interview mit der „SonntagsZeitung“ (Ausgabe 26.9.). Entlassungen seien die „logische Konsequenz“.


Swiss-Finanzchef Ulrik Svensson.
Wieviele Leute die Kündigung erhielten, sei noch nicht entschieden. Es gebe aber auch die Möglichkeit, wieder zu wachsen. „Wir klären ab, ob wir gewisse Destinationen im Interkontinentalnetz siebenmal die Woche anfliegen sollen anstatt wie bisher nur fünfmal“, sagte Svensson. Das heisst, „wir würden mehr Langstrecken-Flugzeuge betreiben.“

Finanzielle Engpässe ausgeräumt
Durch den neuen Betriebskredit seien die finanziellen Engpässe der Swiss ausgeräumt, sagte Svensson in einem Interview mit der Zeitung „Finanz und Wirtschaft“ (FuW). „Wenigstens kurzfristig haben wir genügend betrieblichen Freiraum. So könne die Swiss jetzt wieder Kerosin absichern.

Zusätzliche Mittel für Investitionen
„Für allfällige künftige Investitionen könnten wir jedoch zusätzliche Mittel gebrauchen“, sagte Svensson der FuW. Die Swiss habe vor, die Regionalflugzeugflotte gelegentlich zu ersetzen, „was eine grosse Investition wäre“. „Wir haben heute Jumbolino, Saab und Embraer in der Flotte, und es wäre billiger, nur einen Typ zu haben.“

Auslastung durch Auslagerung verbessern
Bei den zu wenig ausgelasteten kleinen Flugzeugen mit unter 50 Plätzen gehe der Trend in Richtung Auslagerung. Andere Gesellschaften hätten dies getan. Auch „wir schauen uns alle Sparmöglichkeiten an“, sagte der Finanzchef. Zudem verhandle Swiss mit SR Technics über eine Senkung der Preise und über eine Reduktion der Landegebühren am Flughafen Zürich.

Kredit erhöht „Sicherheitsgefühl“
Mit den zusätzlichen Geldern sei das Überleben der Swiss „für immer“ gesichert. „Selbst bevor wir diesen Kredit erhielten, sah ich kein Risiko, dass uns das Bargeld ausgehen könnte. Der Kredit erhöht einfach unser Sicherheitsgefühl“, wenn es zu einem ähnlichen Ereignis wie dem 11. September 2001 kommen sollte, sagte Svensson weiter.

Deal für Betriebskredit noch nicht ganz unter Dach
Die Fluggesellschaft hatte am Freitag bekannt gegeben, nach langwierigen Verhandlungen mit fünf Banken eine Grundsatzvereinbarung für einen Betriebskredit über 325 Mio CHF unterzeichnet zu haben. Ganz unter Dach ist der Deal aber noch nicht.Bevor der definitive Kreditvertrag abgeschlossen und die Kreditlimite beansprucht werden könne, bedürfe es noch der Zustimmung von privaten Investoren in Deutschland. Diese ersuche die Swiss darum, für ihre Anteile an den Flugzeugen Bankgarantien entgegenzunehmen.“Das müsste für sie eine leichte Entscheidung sein, weil eine Bankgarantie immer besser ist als ein Flugzeug“, sagte Svensson: Er denke nicht, dass die Zustimmung ein Problem sein sollte. Einen Teil des Betriebskredits will die Swiss zur Abdeckung von Verbindlichkeiten verwenden. Danach stünde der Swiss zusätzliche Liquidität von 180 Mio CHF zur Verfügung. Dieser Betrag steigt im Juni 2005 auf 290 Mio CHF.

Aussage von Bundesrat Merz „überrascht“.
Über die von Bundesrat Hans-Rudolf Merz letzte Woche ins Spiel gebrachte Kapitalerhöhung im Volumen von 300 Mio CHF, zeigte sich Svensson „überrascht“. Bisher habe es keine Gespräche mit den Aktionären gegeben.

Vor allfälliger Fusion zuerst profitabel werden
Eine Fusion mit der Lufthansa stehe derzeit nicht auf der Agenda. Vor einem Zusammenschluss mit einem grösseren Partner wolle die Swiss profitabel werden. (awp/mc/gh)

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