Swissmetal: «Wir hätten resolut durchgreifen sollen bei Streik»

«Aber ich hätte das im Verwaltungsrat nicht durchboxen können», bilanzierte Hellweg, der selbst im sechsköpfigen Aufsichtsgremium unter Präsident Friedrich Sauerländer einen Sitz hat. «Natürlich hätte ich mit Rücktritt drohen können. Doch so hoch wollte ich nicht pokern», sagte Hellweg.


Zu viele Kompromisse an falscher Stelle gemacht
«Wir haben nicht zu wenig, sondern zu viele Kompromisse an falscher Stelle gemacht», kritisierte Hellweg. Die Restrukturierung mit der Aufgabe der Giesserei in Reconvilier sei für Swissmetal lebensnotwendig gewesen. Wegen des Streik habe Swissmetal rund 100 Arbeitsplätze mehr abbauen müssen, als notwendig. Im Frühjahr 2006 hatte Swissmetal 81 Stellen gestrichen und dies mit Umsatzverlusten durch den Streik begründet. Bereits 2005 waren Arbeitsplätze aufgehoben worden. Inzwischen baute Swissmetal seit diesem Sommer weitere 105 Stellen ab.


Entscheidender Druck mit Busch-Jaeger
Die Entscheidung in dem Arbeitskampf sei mit dem Kauf des deutschen Konkurrenten Busch-Jaeger gelungen, der im Februar 2006 unmittelbar nach Ausbruch des zweiten Streiks in Reconvilier verkündet werden konnte. «Diese Übernahme innert zwei Wochen einzufädeln, ist das Wichtigste, was mir in den 15 Jahren meiner Karriere gelungen ist», sagte Hellweg. «Nun konnten wir den Streik aussitzen und mit Busch-Jaeger weitermachen», erklärte der Swissmetal-Chef. «Solche Auseinandersetzungen werden international regelmässig erfolgreich beendet, indem man eine Gegenposition aufbaut.»


Aufgabe noch nicht beendet
Seine Aufgabe sieht Hellweg noch nicht beendet: Zuerst müsse die Firma nachhaltig auf den Weg des Erfolgs zurückkehren und ein Führungsteam da sein, das ihn weiterführen könne. «Das ist keine Frage von heute und morgen. Wir sind in der zweiten Hälfte des Umbaus», sagte Hellweg, der 2004 Konzernchef geworden war. (awp/mc/gh)

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