Tamedia mit markantem Einbruch im ersten Halbjahr – Keine Dividende

Der Halbjahresumsatz des Medienhauses ging um 15,9% auf 389 Mio zurück. Der Gewinn brach überproportional ein: Er liegt noch bei 0,8 Mio CHF nach 59,4 Mio CHF im Vorjahr. CEO Martin Kall bezeichnete das Ergebnis am Donnerstag vor den Medien als «unbefriedigend». Das Betriebsergebnis auf Stufe EBIT verminderte sich im ersten Halbjahr um 95,2% auf 3,5 Mio CHF, die entsprechende Marge betrug noch 0,9% nach 15,5% in der Vorjahresperiode..


Am meisten Sorgen bereitet Tamedia die Situation bei den Zeitungen, wo die Werbeumsätze um rund einen Viertel einbrachen. Hier hat der Konzern in diesem Jahr beim Flaggschiff «Tages-Anzeiger» und beim «Bund» rund 80 Stellen abgebaut.


Aus für «Solothurner Tagblatt»
Mit dem «Solothurner Tagblatt» setzt sich der Abbau fort: Bis Ende September wird das Blatt eingestellt. Die Regionalausgabe der «Berner Zeitung» hat laut Tamedia in den letzten Jahren konstante Verluste in Millionenhöhe geschrieben. Die Einstellung führe zum Abbau von 13,8 Vollzeitstellen.


Nur online positiv
Bezeichnend für die Lage ist, dass auch der bisherige Goldesel, das Pendlerblatt «20 Minuten», erstmals seit der Lancierung bezüglich Umsatz und Betriebsergebnis deutlich hinter dem Vorjahr zurückblieb. Ausgeprägt war der Rückgang auch bei der «Sonntags-Zeitung» oder der «Finanz und Wirtschaft». Freude hat der Konzern zurzeit nur an der Online-Sparte, in die kräftig investiert wird. So erreichte die vor einem Jahr lancierte Online-Plattform Newsnetz gegen Ende des Semesters auf Monatsbasis erstmals die Gewinnschwelle. Und die Stellenplattformen alpha.ch und jobwinner.ch litten weniger als die gedruckten Stellenbeilagen. Wenig erfreulich – mit Ausnahme von «Radio 24» entwickelten sich die Radio- und TV-Aktivitäten.


Kosten müssen sinken
Tamedia hat laut Kall mit umfangreichen Kostenmassnahmen Gegensteuer gegeben. So seien im ersten Halbjahr Senkungen im Umfang von 47,8 Mio CHF eingeleitet worden. Die Massnahmen belasten den Halbjahresabschluss mit einmaligen Restrukturierungskosten von 7,9 Mio CHF. Im weiteren Jahresverlauf bedürfe es weiteren Kosteneinsparungen, welche mindestens einen «zweistelligen Millionbetrag» bringen müssen, erklärte Kall.


Weiter rückläufige Werbeumsätze
Aufgrund der konjunkturellen Aussichten rechnet Tamedia bis Ende 2010 mit weiter rückläufigen Werbeumsätzen. Als Folge der angekündigten Kostensenkungen sowie dank Synergieeffekten sollte jedoch ab 2010 eine spürbare Ergebnisverbesserung erreicht werden können. Verwaltungsratspräsident Pietro Supino sprach gar von «guten Aussichten». Tamedia sei «gut aufgestellt».


Trotz der schwierigen Situation werde Tamedia auch für das Gesamtjahr 2009 schwarze Zahlen schreiben, zeigte sich CFO Sandro Macciacchini gegenüber AWP überzeugt. An der Börse stiessen die Halbjahreszahlen auf wenig Begeisterung. Tamedia verlieren um 14.25 Uhr in einem gehaltenen Gesamtmarkt 2,9% auf 66,00 CHF.  (awp/mc/pg/06)

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