UBS: 2008 werde schwieriges Jahr – normale Kapitalerhöhung geprüft

Dies hält die UBS in einem auf den gestrigen Donnerstag datierten Brief zum Thema `Stärkung der Kapitalbasis` fest, mit dem sie sich an ihre Aktionäre gewandt hat und für die im Dezember angekündigten Kapitalmassnahmen wirbt.


Entwicklung auf dem US-Wohnhypothekenmarkt
Die Entwicklung auf dem US-Wohnhypothekenmarkt lasse sich nicht genau vorhersagen, ebenso wenig wie die entsprechenden Auswirkungen auf die Bestände an hypothekarisch gesicherten Wertschriften im Subprime-Bereich. Die UBS würde aber nach erfolgter Umsetzung der Massnahmen auch dann noch über eine starke Kapitalbasis verfügen, wenn sich die Bedingungen auf dem US-Immobilienmarkt weiter verschlechtern sollten. Dies selbst dann, wenn diese Verschlechterung das gegenwärtig abschätzbare Ausmass übersteigen würde, schreibt die UBS weiter.


Normale Kapitalerhöhung verworfen
Die Bank habe im Dezember statt der Kapitalspritze durch den Singapurer Staatsfonds GIC auch eine normale Kapitalerhöhung mittels Bezugsrecht geprüft. Diese Option wurde aber aus Kosten-, Komplexitäts- und Zeitgründen verworfen. Im aktuellen Marktumfeld habe zudem das Risiko einer zu grossen Unsicherheit bestanden, einer Gefährdung der Reputation von UBS, und der Möglichkeit, dass die UBS-Aktie Spekulationen ausgesetzt worden wäre. So bald die vorgeschlagenen Massnahmen die gewünschte Wirkung zeigen, will die UBS zu ihrer Politik zurückkehren, überschüssiges Kapital via Rückkäufe und Dividenden an die Aktionäre zurückzuzahlen.


Zur Strategie bekennt
Die UBS bekennt sich ferner zu ihrer Strategie, als integrierte Einheit mit den drei globalen Kerngeschäften Wealth Management, Asset Management und Investment Banking aufzutreten. «Wir sind nach wie vor überzeugt, dass wir mit dieser Strategie im Finanzdienstleistungsgeschäft noch für viele Jahre auf dem richtigen Weg sein werden», schreibt die Bank.


Massnahmen zur Stärkung der Kapitalbasis
Die UBS-Aktionäre entscheiden am 27. Februar an einer ausserordentlichen Generalversammlung über Massnahmen zur Stärkung der Kapitalbasis. Das war nötig geworden, nachdem die Grossbank im Zusammenhang mit der US-Hypothekarkrise Abschreibungen von 15,7 Mrd CHF vornehmen musste. Für 2007 droht deshalb erstmals in der Geschichte der Grossbank ein Verlust.


Bardividende durch Aktiendividende ersetzen
Der Verwaltungsrat der UBS schlägt vor, die Bardividende durch eine Aktiendividende zu ersetzen. Zudem sollen die bisherigen Aktionäre eine Verwässerung ihrer Beteiligung hinnehmen, denn die UBS will ihre Kapitalbasis mit der Ausgabe von neuem Kapital im Umfang von 13 Mrd CHF stärken.


GIC will 11 Mrd CHF einschiessen
Neben einem nicht genannten arabischen Investor will der Staatsfonds von Singapur (GIC) 11 Mrd CHF einschiessen. Damit kommt die GIC auf einen Anteil von 9% – und wird zum grössten Aktionär der UBS. (awp/mc/ab)

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