UBS präsentiert neues Entlöhnungssystem – Kein Bonus 2008 für GL

Diese ist neu aber an die Ergebnisse auf mehrere Jahre hinaus gekoppelt. So soll kurzfristigem Volumenbolzen der Riegel geschoben werden. «Damit wird sich die Kultur ändern», sagte Verwaltungsratspräsident Peter Kurer am Montag in einer Telefonkonferenz. Den Aktionären stellte er ab 2009 eine Konsultativabstimmung über die Grundlagen des Vergütungsmodells in Aussicht. Er sehe die Kombination von Fixlohn und Bonus nach wie vor als beste Lösung. Beim bisherigen Vergütungsmodell habe sich jedoch gezeigt, dass es stark auf kurzfristige Ergebnisse, ohne Berücksichtigung der Qualität oder Nachhaltigkeit, ausgerichtet war.


Malus-System
Die UBS führt nun auch ein Malus-System ein. Ab 2009 wird der Bar-Bonus für die Konzernleitung nur bis zu maximal einem Drittel ausbezahlt. Der grössere Teil der variablen Barvergütung wird in einem Sperrkonto einbehalten. Bei Verlusten im Konzern oder im jeweiligen Unternehmensbereich respektive bei massiven Bilanzkorrekturen in Folgejahren würde dem Konto ein Malus belastet. Ähnlich ist das Vorgehen bei den Bonus-Aktien: Diese gehen erst nach drei Jahren in den Besitz der Manager über und sind damit an den Kursverlauf gebunden. Zudem werden sie verpflichtet, 75% der erhalten Aktien für weitere Jahre zu halten. Laut Kurer beläuft sich der Zeitraum auf fünf bis zehn Jahre.


Künftig weder Bonus mehr für Kurer…
Das neue Entlöhnungsmodell der Konzernleitung wird auf ein bis zwei Führungsebenen darunter ausgeweitet. Insgesamt dürften jedoch nur 2 bis 3% der Mitarbeiter der UBS betroffen sein. Einbezogen werden auch Mitarbeiter, die spezielle Risiken eingehen; insbesondere Investmentbanker hatten der UBS Milliardenverluste eingebrockt, selber aber zum Teil riesige Boni kassiert. Zudem erhält auch der Verwaltungsratspräsident fortan keinen Bonus mehr. Stattdessen steht ihm ein fixes Honorar in bar und eine fixe Zahl an Aktien zu, die über vier Jahre gesperrt sind. Im Aufsichtsgremium müsse es jemanden geben, der die Managerlöhne ohne Rücksicht auf die eigenen Situation beurteilt, sagte Kurer.


…noch für 2008 fürs Top-Management
Für das katastrophale Geschäftsjahr 2008 erhalten Verwaltungsratspräsident Kurer, Konzernchef Marcel Rohner und die weiteren Mitglieder der Konzernleitung keinen Bonus, sondern nur den Fixlohn.  Für alle weiteren Führungspersonen, das Kader und die Mitarbeitenden gehen die variablen Lohnbestandteile für 2008 deutlich zurück, am stärksten wohl im Investment Banking. Die definitiven Bonuszahlungen würden nach Rücksprache mit der Eidgenössischen Bankenkommission (EBK) und nach Vorliegen der Jahresergebnisse festgelegt.


UBS bemüht um freiwillige Bonus-Rückerstatting
Die UBS bemüht sich weiterhin, ehemalige und aktuelle Führungskräfte zur freiwilligen Rückgabe von Entschädigungen zu bewegen. Dabei gebe es «erste Resultate», sagte Kurer. Bekannt ist bislang die Rückgabe von 12 Mio CHF durch Ex-Konzernchef Peter Wuffli.  Laut Kurer ist er aber nicht der einzige, der eine Rückzahlung angeboten hat. Namen nannte er allerdings nicht. Weitere Gespräche liefen. Aus Gründen der Vertraulichkeit würden möglicherweise auch nicht alle Rückgaben öffentlich gemacht.


Keine «goldenen Fallschirme»
Wuffli hatte beim Rücktritt im Sommer 2007 zusammen mit Ex-Investment-Bank-Chef Huw Jenkins und Ex-Finanzchef Clive Standish insgesamt 33 Mio CHF bezogen und während der Kündigungsfrist von 12 Monaten zusätzliche 61 Mio CHF erhalten. Die UBS erklärte nun, es gebe und habe bei ihr keine «goldenen Fallschirme» gegeben. Die Kündigungsfristen würden aber auf 6 Monate gekürzt. (awp/mc/ps/04)

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