US-Eröffnung: Uneinheitlich – Schnäppchenjäger steigen wieder ein

Wir haben gerade eine klassische Gegenbewegung nach einem drastischen Kurssturz zu Handelsbeginn erlebt», kommentierte Angel Mata vom Handelshaus Stifel Nicolaus Capital Markets. Aktuell seien viele Investoren der Auffassung, dass der Markt überverkauft sei. Dementsprechend seien sie wieder in den Markt eingestiegen.

Der Leitindex Dow Jones (DJIA) hatte sogar kurz ins Plus gedreht und verlor schliesslich 0,53 Prozent auf 8.533,63 Zähler. Der marktbreite S&P-500-Index sank um 0,23 Prozent auf 907,81 Zähler. Der Composite-Index hingegen hielt sich nachhaltig in der Gewinnzone und rückte um 0,75 Prozent auf 1.657,47 Punkten vor. Der NASDAQ 100 stand gar um 1,06 Prozent höher bei 1.288,65 Punkten.

Die zuletzt stark gebeutelten Finanzwerte führten die Liste der Gewinner im Dow Jones an. Titel der Citigroup setzten sich mit einem Plus von 10,21 Prozent auf 14,25 US-Dollar an die Spitze des Dow. Im Übernahmekampf um die viertgrösste US-Bank Wachovia hat der Finanzkonzern die Verhandlungen mit dem Rivalen Wells Fargo über eine Kompromisslösung abgebrochen. Die Citigroup will nun stattdessen ihre Schadensersatzklage gegen Wachovia in Höhe von 60 Milliarden Dollar (44 Mrd. Euro) weiter verfolgen. Die Übernahme von Wachovia durch Wells Fargo will Citigroup aber nicht mehr blockieren. Die Analysten von RBC senkten in einer ersten Reaktion das Kursziel für Wells Fargo von 38 auf 32 Dollar. Unterdessen erwägt die US-Regierung einem Bericht des «Wall Street Journal» zufolge die Garantie aller Bankschulden und zeitweise auch aller Bankeinlagen. Papiere von Wachovia schossen um 31,94 Prozent auf 4,75 Dollar in die Höhe, und Titel von Wells Fargo rückten um moderate 0,26 Prozent auf 27,32 Dollar hoch.

Gegen den Trend brachen allerdings die Titel der ehemaligen Investmentbanken Morgan Stanley und Goldman Sachs teilweise deutlich ein. Händler verwiesen auf Meldungen, wonach die Ratingagentur Moody’s eine Abstufung der langfristigen Anleihen der beiden Geldhäuser erwägt. Analyst Richard Bove von Ladenburg Thalmann schrieb zudem, dass ihn der Kursrutsch bei Morgan Stanley an die Kursentwicklung der inzwischen insolventen Investmentbank Lehman Brothers erinnere. Auch diese Aussage drücke auf die Stimmung, sagten Börsianer. Morgan Stanley-Titel verbilligten sich um 26,10 Prozent auf 9,20 US-Dollar, und für die Papiere von Goldman Sachs ging es um 10,80 Prozent auf 90,40 Dollar nach unten.


Ausserhalb der Finanzbranche stiegen Aktien von General Electric (GE) nach Zahlen zum dritten Quartal um 1,37 Prozent auf 19,27 Dollar. Wie erwartet führte die Finanzkrise zu einem Gewinneinbruch des US-Mischkonzerns. Je Aktie sank das Ergebnis um zehn Prozent auf 0,45 Dollar. Analysten hatten mit diesem Wert gerechnet. Für das vierte Quartal bestätigte GE seinen Ausblick für den Gewinn je Aktie, für die Sparte Finanzdienstleistungen werde ein Gewinnrückgang um 20 bis 30 Prozent, für den Bereich Energie-Infrastruktur unterdessen ein Gewinnanstieg von 15 Prozent erwartet.


Aktien von Alcoa gaben hingegen um 4,82 Prozent auf 11,86 Dollar nach. Händler verwiesen darauf, dass die Ratingagentur S&P eine Herabsetzung der Kreditwürdigkeit erwägt. Bereits am Donnerstag hatten die Analysten den Ausblick des Aluminiumkonzerns von «Stable» auf «Negative» gesenkt. Das sei eine Reaktion auf die jüngsten enttäuschenden Zahlen und die Unsicherheit über die weitere Entwicklung, so S&P. (awp/mc/gh/32)

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