US-Schluss: Fester – Schnäppchenjäger steigen wieder ein

Nach der Kursschwäche im frühen Geschäft – anhaltende Unsicherheiten um die Kredit- und Immobilienkrise in den USA hatten den Markt laut Händlern zu Beginn weiter beherrscht – erholten sich die Indizes daraufhin stetig.


Der Dow Jones Industrial schloss mit 0,87 Prozent im Plus bei 13.660,94 Punkten. Der Leitindex schwankte im Verlauf zwischen 13.511 und 13.669 Zählern und erholte sich nach schwächerem Start stetig. Der marktbreite S&P-500-Index gewann 1,20 Prozent auf 1.520,26 Punkte. An der NASDAQ legte der Composite Index 1,07 Prozent auf 2.825,18 Zähler zu. Der Auswahlindex NASDAQ 100 stieg um 1,07 Prozent auf 2.223,97 Punkte.


Tagessieger im Dow waren American International Group (AIG) mit plus 4,23 Prozent auf 62,05 US-Dollar. Die Aktien des weltweit grössten Versicherers knüpften an ihre Erholung vom Vorabend an. Diese war laut Händlern durch Aussagen eines Grossaktionärs unterstützt worden, der Strategien zur Erhöhung des Aktienwertes ausloten will. Indexschlusslicht waren wegen der anhaltenden Unsicherheit um die Belastung durch die US-Kreditkrise Citigroup mit minus 2,28 Prozent auf 35,08 Dollar.


Rohstoffwerte zählten zu den Favoriten, wobei Exxon Mobil im Dow um 3,10 Prozent auf 90,38 Dollar zulegten. Der sinkende Dollar und ein erwarteter Rückgang der US-Rohöllagerbestände haben die Ölpreise auf neue Rekordstände steigen lassen – ein Barrel (159 Liter) der Sorte West Texas Intermediate (WTI) mit Auslieferung im Dezember erreichte in der Spitze 97,10 Dollar. Chevron verteuerten sich im S&P 100 um 2,44 Prozent auf 90,64 Dollar. Bei den Öl-Ausrüstern legten Halliburton um 2,21 Prozent auf 40,64 Dollar zu.


Im Technologiesektor brachen die Aktien von Cognizant nach Zahlen am NASDAQ-100-Ende um 19,14 Prozent auf 32,03 Dollar ein. Der Anbieter globaler IT- und Geschäftsprozessoutsourcing-Dienstleistungen hatte zwar Umsatz und Gewinn im dritten Geschäftsquartal gesteigert. Händlern zufolge lag der Umsatzausblick aber unter den Erwartungen an der Wall Street.


Sun Microsystems gaben ihre Eröffnungsgewinne nach Zahlen ab und verloren schliesslich 9,63 Prozent auf 5,16 Dollar. Der US-Server-Hersteller schreibt nach seiner Rückkehr in die Gewinnzone weiter schwarze Zahlen. Der Umsatz stieg um rund ein Prozent auf 3,22 Milliarden Dollar – Analysten hatten hier allerdings 3,27 Milliarden Dollar erwartet. Das wiegt laut Händlern schwerer als eine Hochstufung der Citigroup von «Sell» auf «Buy». Einige Börsianer sprachen auch von Gewinnmitnahmen.


Microsoft gaben 0,87 Prozent auf 36,41 Dollar ab. Der US-amerikanische Internetkonzern Google hatte am Vortag mit einem Handy-Betriebssystem den Einstieg ins Mobilfunkgeschäft angekündigt. Hiermit attackiert Google Experten zufolge vor allem den Softwarekonzern Microsoft, der sich von seinem Handy-Betriebssystems üppige Gewinn verspricht. Goldman Sachs strich das Papier von ihrer «Conviction Buy List». (awp/mc/ab)

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