Verwirrung um königlichen Turm löst Kurssturz am Golf aus

von Gérard Al-Fil

Die Börse Dubai reagierte zunächst mit Kurssprüngen zum arabischen Wochenbeginn am Sonntag. Emaar, der Leithammel am Dubai Financial Market und gemessen an seiner Marktkapitalisierung grösste Immobilienentwickler der Welt, habe einen dicken Fisch an Land gezogen, frohlockten die Börsianer. Das Papier legte um über 7 Prozent zu. Das Dementi der Emaar vom Montag liess die Märkte von Dubai bis Kuwait erzittern. Der Kurs der Emaar-Aktie fiel um 5,74 Prozent und zog den gesamten Bausektor mit in die Tiefe. Für Kommunikationsprobleme wie diese zahlen Arabiens Anleger immer wieder die Zeche, auch wenn sich die Gemüter inzwischen beruhigt haben.


Nichts für schwache Aktionärsnerven

 

Die Börsenaufsicht in Dubai verlangte prompt eine Erklärung. Emaar-Chairman Mohammed Alabbar richtete schriftlich aus, man sei zwar mit Prinz Al-Waleed in Verhandlungen, es müssten aber noch Vorbedingungen geklärt werden. Das 26 Milliarden Dollar schwere Kingdom Projekt, das die geplante Kingdom City und den (natürlich) welthöchsten Turm Kingdom Tower einschliesst, ist ein Filetstück unter den Bauvorhaben am Golf, die sich laut Angaben des Immobilien-Informationsdienstes Reidin.com auf 2,4 Billionen Dollar summieren. Über einen Kilometer soll der Kingdom Tower einmal in den Himmel ragen und damit den fast fertigen, wohl 820 Meter hohen Burj Dubai in den Schatten stellen.


Keine Seltenheit


Sich widersprechende Schlagzeilen, vollmundige Ankündigungen und Dementis sind in der Golfregion nicht Ungewöhnliches, gerade im Immonbilienbereich. Die launischen Unternehmerfamilien im Orient, die neun Zehntel der Firmen in der Region kontrollieren, steigen oftmals begeistert in neue Deals ein, um sich am darauffolgenden Tag wieder zurückzuziehen. Die Leidtragenden sind in der Regel die Aktionäre.

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