ABB hält trotz Gegenwind an langfristigen Zielen fest

Ulrich Spiesshofer
ABB-CEO Ulrich Spiesshofer. (Foto: ABB)

Ulrich Spiesshofer, Vorsitzender der Konzernleitung von ABB. (Foto: ABB)

Zürich – Der Schweizer Industriekonzern ABB kämpft seinem Chef Ulrich Spiesshofer zufolge mit heftigem Gegenwind. Die Lage sei schwieriger als noch zu Jahresbeginn angenommen, sagte der Manager am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters.

Das Wachstum in China habe sich deutlich verlangsamt, Kunden in der Gas- und Ölindustrie investierten weniger und der US-Markt sei nicht mehr so stark wie im zweiten Quartal 2014. „Insgesamt würde ich die gegenwärtige Situation als Segeln in schwerer See angesichts einer wirklich herausfordernden Lage am Markt charakterisieren“, fügte Spiesshofer hinzu.

Langfristziele bestätigt
An den langfristigen Zielen bis 2020 will Spiesshofer aber festhalten. ABB strebt bis dahin unter anderem ein Umsatzwachstum zwischen 4 und 7% an, die Kernmargen sollen bei 11 bis 16% liegen. ABB wolle nicht um jeden Preis wachsen und dabei auf Marge verzichten, betonte der Konzernchef.

Neuer Grossinvestor
Spiesshofer muss sich zudem mit einem neuen Grossaktionär auseinandersetzen. Der Finanzinvestor Cevian ist bei ABB eingestiegen. Am Dienstag teilte die schwedische Aufsichtsbehörde FSA mit, dass der Anteil auf 5,1% erhöht worden sei. ABB begrüsse jeden langfristig orientierten Investor, der die Ansicht teile, dass der Konzern zusätzlichen Wert schaffen könne, sagte Spiesshofer. Das Unternehmen verfolge eine klare Strategie – jeder Beitrag für deren Optimierung sei willkommen.

Ob Cevian auch einen Sitz im Verwaltungsrat anstrebt, bleibt vorerst offen. Nebst Cevian halten nur noch der Investor AB sowie Blackrock mehr als 3% der Anteile

Durchzogener Jahresstart
Der Konzern hatte im ersten Quartal dieses Jahres einen Umsatzrückgang um 10% auf 8,5 Mrd USD hinnehmen müssen. Der Nettogewinn stieg dagegen auch durch Einsparungen um 4% auf 564 Mio USD. (awp/mc/pg)

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