Actelion: BB Biotech steht hinter Unternehmensspitze

Thomas Szucs

Thomas Szucs, VRP BB Biotech.

Zürich – Der Anlagefonds BB Biotech kritisiert zwar die Actelion-Firmenspitze. Gleichzeitig warnt Thomas Szucs, Verwaltungsratspräsident des Fonds, aber davor, dass Elliott im Begriff sei das Kind mit dem Bad auszuschütten. Für die Firma sei es kaum förderlich, den Verwaltungsrat komplett umzukrempeln, sagte er gegenüber der «SonntagsZeitung» vom 17.04.

Der Versuch des Hedgefunds Elliott, die Mehrheit im Actelion-VR zu erlangen, habe aber das Unternehmen wachgerüttelt. Nun würden auch intern kritische Fragen auf das Tapet kommen, so Szucs. BB Biotech werde heute Montag weiteren Actelion-Investoren mitteilen, dass es die Anliegen des Verwaltungsrates des Biotech-Unternehmens unterstütze, schreibt die «Financial Times» (Ausgabe 18.04.). BB Biotech hält 4,9% an Actelion. Zusammen mit den 4,85% von Rudolf Maag, der hinter der aktuellen Unternehmensführung steht, und den Anteilen von VR-Mitglied und CEO Jean-Paul Clozel kämen so knapp 15% der Aktien zusammen, heisst es weiter.

Actelion-VRP: Elliott schadet sich selbst und anderen Aktionären
Der Verwaltungsratspräsident von Actelion, Robert Cawthorn, kritisiert in einem Interview mit der «Sonntags Zeitung» das Vorgehen des Hedgefonds Elliott. «Elliott schadet sich selbst und anderen Aktionären», erklärte Cawthorn gegenüber dem Blatt. Der Aufwand, den Actelion betreiben müsse, sei enorm und auch die Kosten seien «beträchtlich». Konkrete Zahlen lägen jedoch noch nicht vor. Es sei bedauerlich, dass viele Kapazitäten des Verwaltungsrates und des Managements gebunden würden und hohe direkte Kosten anfielen. Elliott lenke Actelion von seiner Kernaufgabe ab, gute Medikamente für Patienten zu entwickeln. Gleichzeitig schloss Cawthorn einen Stellenabbau bei Actelion aus. Es gebe auch keinen Grund, das Investitionsniveau in der Forschung und Entwicklung herunterzufahren.

Strategische Alternativen in Prüfung?
Zu den Übernahmespekulationen erklärte Cawthorn: «Es gab viele Spekulationen in diese Richtung, wir haben aber kein Angebot erhalten». Zudem erachtet er den Konzern derzeit als unterbewertet. Die aktuelle Börsenbewertung widerspiegle nicht den wahren Unternehmenswert, meinte der Präsident. Zwar habe Actelion in den letzten Monaten ein paar Rückschläge einstecken müssen, aber seiner Ansicht nach seien die Aussichten viel besser, als sie nach aussen erscheinen mögen. Nicht kommentieren mochte er zudem das Gerücht, wonach der Verwaltungsrat von Actelion strategische Alternativen prüfe. Zu Gerüchten nehme Actelion grundsätzlich keine Stellung.

Prozess mit Asahi Kasei könnte ohne Urteil abgebrochen werden
Der Prozess zwischen Actelion und Ashai Kasei in den USA um das Medikament Fasudil könnte ohne Urteil abgebrochen werden. Beide Parteien scheinen es gemäss «Tages-Anzeiger» darauf abgesehen zu haben. Bisher läuft der ursprünglich auf sieben Tage anberaumte Prozess nun schon drei Monate. Im Verfahren vor dem Obersten Zivilgericht in Kalifornien geht es um die Einstellung der Entwicklung des Medikamentes Fasudil von Cotherix. Fasudil ist ein mögliches Konkurrenzprodukt für Tracleer von Actelion. Nach der Übernahme von Cotherix durch das Schweizer Unternehmen wurde das Fasudil-Projekt aus «geschäftlichen und kommerziellen Gründen» sowie aus «anderen Erwägungen» eingestellt, so der TA. Asahi Kasei hatte mit Cotherix zuvor Lizenzabkommen zur Entwicklung und Vermarktung von Fasudil abgeschlossen, das u.a. eine Übernahme durch einen Konkurrenten von Asahi Kasei ausgeschlossen habe, so der TA. Actelion hat im Rahmen eines Schiedsgerichtsurteils 91 Mio USD bezahlen müssen. Asahi bezifferte den Schaden im Rahmen des laufenden Verfahrens auf 630-920 Mio USD. (awp/mc/ps)

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