Adecco verbessert Profitabilität und lanciert neuen Aktienrückkauf

Alain Dehaze
Adecco-CEO Alain Dehaze. (Copyright by World Economic Forum/Jakob Polacsek)

Zürich – Der Personaldienstleister Adecco kämpft seit Quartalen mit der weltwirtschaftlichen Eintrübung, vermochte aber zuletzt auch dank einem Sparprogramm die Rentabilität zu verbessern. Und nun kommt das Coronavirus noch dazu.

Doch hier hat Adecco bis zu einem gewissen Grad Glück. China ist für den Personaldienstleister nämlich kein wichtiger Markt. Bekanntlich ist er dort nicht mit einer eigenen Niederlassung vertreten, sondern besitzt nur eine Beteiligung an einem Gemeinschaftsunternehmen.

Wegen der raschen Ausbreitung des Virus macht Adecco – wie derzeit viele Firmen – trotzdem einen Vorbehalt, was die Aussagen zur Geschäftsentwicklung in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten angeht. „Wir beobachten die Situation natürlich genau“, sagte Firmenchef Alain Dehaze der Nachrichtenagentur AWP anlässlich der Zahlenvorlage 2019.

Er betonte jedoch, dass das Unternehmen aktuell nicht unter den Folgen der Pandemie leide. „Wir sehen derzeit keinen wesentlichen Effekt.“

Volumen gehen zurück
Das Virus kommt für Adecco gleichwohl zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Denn der Personaldienstleister leidet seit Quartalen unter rückläufigen Volumina. Der Grund dafür ist die Eintrübung der Wirtschaft in vielen Ländern. So nahm das Volumen im Schlussquartal um 4 Prozent ab, im Gesamtjahr um 3 Prozent. Dies führte 2019 in der Berichtswährung Euro im letzten Jahr zu einem um 2 Prozent tieferen Umsatz von 23,87 Milliarden Euro.

Schweizer Geschäft im Krebsgang
Gegen Jahresende lief das Geschäft vor allem Deutschland schlecht, wo die Autoindustrie unter den Handelskonflikten leidet. Auch in der Schweiz waren die Volumina rückläufig (-11%), was laut Firmenchef Dehaze zu einem schönen Teil mit den Problemen des Nachbarlandes zu tun hatte.

Nicht auf Touren kam gegen Jahresende aber auch der nordamerikanische Markt. Und in Frankreich, wo Adecco knapp ein Viertel des Umsatzes erzielt, ging es ebenfalls leicht abwärts. Besser lief es in Japan und in den neuen digitalen Geschäftsfeldern.

Höherer Gewinn
Trotz all dieser Probleme wurde Adecco 2019 rentabler. Die Margen verbesserten sich leicht. Und unter dem Strich verdiente der Konzern im letzten Jahr 727 Millionen Euro und damit 59 Prozent mehr. Hier spielten jedoch auch Sondereffekte eine Rolle. So profitierte die Gesellschaft im Schlussquartal zum Beispiel von einem Buchgewinn aus einem Firmenverkauf, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Sonderabschreiber belastet hatte.

Gleichwohl ist Firmenchef Dehaze stolz auf die verbesserte Profitabilität, die in einem rückläufigen Markt erzielt worden sei. Ein Hauptgrund dafür sei das „Spar- und Wachstumsprogramm“ des Unternehmens. Dieses habe 2019 besser funktioniert als erhofft.

Vom besseren Ergebnis sollen auch die Aktionäre profitieren. Die Dividende bleibt zwar unverändert bei 2,50 Franken pro Aktie, aber dazu sollen noch Aktien im Umfang von 600 Millionen Euro zurückgekauft werden.

Margensteigerung angepeilt
Im laufenden Jahr will das Unternehmen die Profitabilität weiter steigern und hat sich eine höhere EBITA-Marge zum Ziel gesetzt.

Rückenwind von den Märken ist vorläufig aber nicht in Sicht. Im Januar gingen laut den Angaben die Erträge – organisch und handelstagebereinigt – im Jahresvergleich um 5 Prozent zurück, und die Volumenentwicklung im Februar deutet auf einen ähnlichen Trend hin – und dies notabene ohne Coronavirus-Effekte.

Adecco will sich nun weiter auf sein Sparprogramm konzentrieren, welches im Verlauf des Jahres seine volle Wirkung entfalten soll. „Hier müssen wir im laufenden Jahr liefern“, so der Firmenchef. (awp/mc/pg)

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