Aktienfokus: Clariant unter massivem Abgabedruck

Fahne Clariant

Zürich – Die Titel von Clariant stehen am Montag unter deutlichem Abgabedruck. Der Spezialchemiekonzern senkte am Morgen die Prognosen für Umsatz und Margen, was zu den massiven Verkauforders führte. Nach Ansicht von Experten kommt die Gewinnwarnung nicht völlig überraschend. Hätten doch zuletzt zahlreiche exportorientierte Unternehmen unter der sich abschwächenden Konjunktur und dem starken Franken gelitten.

Gegen 9.25 Uhr verlieren die Titel um 10,2% auf 7,45 CHF – das Tagestief liegt bei 7,22 CHF. Bislang wurden 1,2 Mio Aktien gehandelt. Das durchschnittliche Volumen der vergangenen Tage liegt bei 2,5 Mio Stück. Der Gesamtmarkt (SPI) verliert derweil 2,56%.

Analysten nicht überrascht
Die ZKB wurde von der Gewinnwarnung nicht überrascht. So senkte Analyst Martin Schreiber bereits Ende August die Schätzungen deutlich. Auch wenn die Integration von Süd-Chemie und die laufenden Restrukturierungsmassnahmen längerfristig zwar grosses Potenzial bergen würden, bleibe vorläufig vor allem die unsichere Weiterentwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Vordergrund und limitiere das Aufwärtspotenzial der Clariant-Aktie.

«Preiserhöhungen lassen sich immer noch gut durchsetzen»
Auch für die Experte der Privatbank Wegelin kommt die Gewinnwarnung nach Spekulationen am Freitag und weiteren Kursverlusten nicht ganz überraschend. Die sich seit einigen Wochen abschwächenden Wirtschaftsindikatoren wie beispielsweise diverse Einkaufsmanagerindizes seien nun offensichtlich auch in der Realwirtschaft angekommen. Etwas beruhigend scheine allerdings die Aussage von CEO Kottmann, dass keine so negative Entwicklung wie bei der Rezession Ende 2008 gesehen werde. Zudem könnten gemäss Kottmann Preiserhöhungen immer noch gut durchgesetzt werden.

Vontobel stuft Clariant gegenwärtig mit «Buy» ein
Nach Ansicht der Bank Vontobel sind vor allem die früh- und hochzyklischen Geschäftsbereiche (Textil, Leder, Papier, Masterbatches) vom verschlechterten Geschäftsumfeld betroffen. Andere Bereiche wie das Öl- und Bergbaugeschäft und ICS schnitten gut ab. «Es gibt bis jetzt keine Anzeichen, dass sich Süd-Chemie als Belastung erweisen würde, schreibt Analyst Patrick Rafaisz. Die ZKB stuft die Titel mit «Marktgewichten» ein, Vontobel gegenwärtig mit «Buy». «Wir werden unsere Anlagethese nach dem heutigen Treffen der Geschäftsleitung neu überprüfen», schreibt Vontobel. (awp/mc/ps)

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