Alpiq fordert bei Atomausstieg 2,5 Mrd Franken

Jasmin Staiblin
Alpiq-CEO Jasmin Staiblin. (Foto: Alpiq)

Olten – Der Energiekonzern Alpiq rechnet bei einer Annahme der Atomausstiegsinitiative mit einem Schaden in der Grössenordnung von 2,5 Mrd CHF. Dieser wirtschaftliche Schaden müsse eine Entschädigung zur Folge haben, heisst es in einer Mitteilung vom Montag. Art und Umfang müsse zu gegebener Zeit geprüft werden.

Bei einer Ablehnung der Atomausstiegsinitiative setze sich allerdings der Status quo fort, bei dem die Gestehungskosten über den Marktpreisen liegen und Atomkraftwerke nicht wettbewerbsfähig betrieben werden können.

Weiterbetrieb „am wenigsten schädliche Variante“
Alpiq habe aus unternehmerischer Sicht alle Varianten eines Atomausstiegs durchkalkuliert: Eine freiwillige frühzeitige Abschaltung sei für das Unternehmen wirtschaftlich nicht tragbar, so das Fazit. Die Berechnungen würden zeigen, dass der langfristige Weiterbetrieb für die Gesellschaft heute wirtschaftlich „die am wenigsten schädliche Variante“ sei.

Alpiq ist an den Partnerwerken Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG (40%) und Kernkraftwerk Leibstadt AG (32,4%) beteiligt. Die beiden Atomkraftwerke Gösgen (Inbetriebnahme 1979) und Leibstadt (1984) verfügen über unbefristete Betriebsbewilligungen. Bei einer Abschaltung nach 45 Jahren – wie sie die Initiative fordert – würde die „technische Lebensdauer“ der beiden Meiler nicht erreicht sein, so die Ansicht von Alpiq.

Durch eine vorzeitige Abschaltung würden jedoch die Umsätze des langfristigen Weiterbetriebs fehlen, während die Gesamtkosten bis zur Ausserbetriebnahme zu einem grossen Teil fix sind und unabhängig von der Laufzeit anfallen. Bereits getätigte und noch erforderliche Investitionen während der Restlaufzeit könnten nicht mehr amortisiert werden, und die Einzahlungen in die Fonds zur Finanzierung der Stilllegung und Entsorgung würden sich aufgrund der verkürzten Laufzeit deutlich erhöhen.

Kernproblem der AKW ungelöst
Eine Ablehnung der Initiative löse unterdessen allerdings nicht das Kernproblem der Atomkraftwerke: Es brauche daher stabile Rahmenbedingungen, welche einen wirtschaftlichen Betrieb der Schweizer Atomkraftwerke ermöglichen, fordert Alpiq.

Auch Axpo will im Falle eines Jas zur Atomausstiegsinitiative am 27. November Schadenersatz fordern. Den Betrag bezifferte Axpo-Chef Andrew Walo im Interview mit der „NZZ am Sonntag“ auf 4,1 Mrd CHF. Dabei rechnet der Konzern mittelfristig wieder mit steigenden Strompreisen. Einnahmen würden wegfallen; durch die frühzeitige Stilllegung entstünden zudem Mehrkosten und fehlten Zinseinnahmen vom Geld aus dem dafür vorgesehenen Fonds, heisst es auch bei Axpo. (awp/mc/ps)

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