APG profitiert von Öffnungsschritten und schreibt im Gesamtjahr wieder Gewinn

Markus Ehrle
Markus Ehrle, CEO APG/SGA. (Foto: APG)

Genf – Lockdowns und Schliessungen sind Gift für die Aussenwerbung. Wenn es kaum Pendler und Passanten gibt, bleiben Plakate und Screens im öffentlichen Raum ohne Wirkung. Bei der führenden Schweizer Aussenwerbegruppe APG sorgte dies im abgelaufenen Jahr für einen Umsatz- und Gewinneinbruch.

So verminderte sich der Umsatz von APG im Gesamtjahr 2020 um 17,8 Prozent auf 261,9 Millionen Franken, wie die Gruppe am Montag mitteilte. Nach dem beispiellosen Einbruch während des ersten Lockdowns im Frühjahr erholte sich das Geschäft im Zuge der Öffnungen und in den Sommermonaten bis in den Herbst. Diese positive Umsatzdynamik sei mit der zweiten Covid-19-Welle und den damit verbundenen neuen Restriktionen ab den Herbstmonaten wieder negativ beeinflusst worden, so die Mitteilung weiter.

Dank der Erholung vor allem im dritten Quartal sowie der rasch eingeleiteten Massnahmen auf der Kostenseite kehrten die Vorzeichen beim Betriebsgewinn im Gesamtjahr wieder ins Plus. Zum Jahresende verblieben auf Stufe EBIT 16,3 Millionen (-68,2 Prozent), nachdem im Halbjahresabschluss noch ein Verlust von 5,1 Millionen ausgewiesen wurde.

Positiv beeinflusst wurde das Ergebnis durch Veräusserungsgewinne aus nicht mehr benötigten Sachanlagen und dabei hauptsächlich aus dem Verkauf der nicht mehr betriebsnotwendigen Liegenschaft in Meyrin im Kanton Genf. Daraus floss der Gesellschaft ein übriger Betriebsertrag von 5,9 Millionen zu. Unter Ausklammerung dieser Sondereffekte wäre der EBIT um 76,7 Prozent gesunken.

Der Gewinn schliesslich verminderte sich im Vergleich zum Vorjahr um 68,3 Prozent auf 13,2 Millionen.

Die ausgewiesenen Zahlen übertreffen die Analystenschätzungen.

Dividendenversprechen für nächste 3 Jahre
Nachdem die Dividende für 2019 wegen dem Corona-Ausbruch nachträglich gestrichten wurde, schlägt der Verwaltungsrat auch für 2020 den Verzicht auf eine Dividendenzahlung vor. Mit Blick nach vorne gibt sich die Gesellschaft jedoch davon überzeugt, dass in einem Marktumfeld ohne pandemische Einschränkungen das Geschäftsmodell des Unternehmens uneingeschränkt positive Perspektiven hat. Aus diesem Grund beabsichtigt der Verwaltungsrat, für die Geschäftsjahre 2021, 2022 und 2023 jeweils 100 Prozent des Konzerngewinns auszuschütten, bzw. mindesten 11 Franken pro Aktie.

Gar noch stärker als in der Schweiz wirkte sich die Krise auf das Geschäft der Gruppe in Serbien aus. Die dortigen Erlöse gingen im Gesamtjahr in Schweizer Franken umgerechnet um 24,1 Prozent auf 11,0 Millionen zurück. Auch hier war das zweite Halbjahr deutlich besser als die ersten sechs Monate.

Keine Prognose für 2021
Für das laufende Jahr wagt das Management noch keine Prognose. Die zu Jahresbeginn 2021 verhängten Massnahmen zur erneuten deutlichen Einschränkung der Mobilität, verbunden mit weitgehenden Ladenschliessungen, hätten im Januar und Februar wiederum zu erheblichen Umsatzeinbussen geführt. Die weitere Entwicklung der Umsatzsituation hänge damit massgeblich davon ab, wie rasch durch die Impfungen eine Verbesserung und Normalisierung der Mobilität im öffentlichen Raum und den öffentlichen Verkehrsmitteln sichergestellt werden könne, so die Einschätzung.

Aufgrund der Erfahrungen aus dem Jahr 2020 rechnet das Management aber damit, dass sich die Gesamtsituation für APG zeitnah und massgeblich verbessern wird, sobald sich die Mobilitätswerte erholen und die Läden geöffnet sind. (awp/mc/ps)

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