Architektur- und Ingenieurbüros: Beschäftigung wird weiterhin ausgebaut

Ingenieur

Zürich – Die Nachfrage nach Architektur- und Ingenieurdienstleistungen hat gesamthaft im letzten Quartal zugenommen. Dies ergab die Herbstumfrage der ETH-Konjunkturforschungsstelle im Auftrag des SIA. Die Reichweite der Auftragsbestände liegt unverändert bei rund einem Jahr.

65% der Planungsbüros berichten von einer guten Geschäftslage, mehr als 30% von einer befriedigenden und lediglich vereinzelte Stimmen von einer schlechten Geschäftslage. Dies ergab die Umfrage der ETH-Konjunkturforschungsstelle (KOF) von Ende Oktober, an der sich insgesamt 649 Planungsbüros beteiligten. Die Nachfrage nach Architektur- und Ingenieursdienstleistungen hat sich in den vergangenen drei Monaten bei 20% der Büros verbessert, bei 70% ist sie gleich geblieben. Ähnlich positiv ist der Rückblick auf die Leistungserbringung im vergangenen Quartal. Während die Einschätzungen hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung der Leistungserbringung ebenfalls von Optimismus geprägt sind, halten sich in Bezug auf die Nachfrageentwicklung die positiven und die negativen Antworten in etwa die Waage. Unter Berücksichtigung des saisonalen Einflusses überwiegen die positiven Stimmen allerdings leicht. Die Beschäftigung wird von etwas weniger Büros als noch vor einem Quartal als zu niedrig betrachtet. Dies mag daran liegen, dass mehr als 20% der Büros ihre Beschäftigung in den letzten drei Monaten ausgebaut haben. Weiterhin beabsichtigen mehr Büros die Beschäftigung in den nächsten drei Monaten auszubauen, als sie zu reduzieren. Nach wie vor empfindet fast die Hälfte aller Büros einen Mangel an Arbeitskräften als Hemmnis bei ihrer Leistungserbringung. Die Reichweite der Auftragsbestände beträgt weiterhin ungefähr 12 Monate. Die Zahl der Büros, die steigende Auftragsbestände meldet, ist allerdings etwas gesunken. Die positiven Meldungen überwiegen jedoch nach wie vor.

Bausummen steigen deutlich
Ein Drittel aller Aufträge betrifft Erneuerungs- und Unterhaltsarbeiten. In Bezug auf die Entwicklung der Bausummen, gehen für den Wohnungsbau deutlich mehr Büros als vor drei Monaten von einem Anstieg aus (20% gegenüber 10%). Auch hinsichtlich der Entwicklung der Bausummen im öffentlichen Bau erwarten mehr Büros einen Anstieg als im letzten Quartal. Für den industriell-gewerblichen Bau wird dagegen eine leicht negative Entwicklung der Bausummen erwartet.

Architekturbüros skeptischer
Bei den Architekten hat sich die Einschätzung der Geschäftslage im Jahresvergleich verschlechtert. Zwar melden nach wie vor 60% der Architekten eine gute Geschäftslage, im gleichen Vorjahreszeitraum waren es aber noch 67%. Mit Blick auf die Entwicklung der Nachfrage in den nächsten drei Monaten und die künftige Leistungserbringung überwiegen die positiven Stimmen aber weiterhin deutlich. Die Beschäftigung dürfte in den kommenden drei Monaten zunehmen. Mehr als 20% der Architekten haben bereits in den vergangenen drei Monaten ihren Personalbestand aufgestockt, für die kommenden Monate beabsichtigen dies rund 20% zu tun. Die Honoraransätze dürften mehr oder weniger unverändert bleiben. Der Auftragsbestand hat für ein Viertel der Architekten in den letzten drei Monaten zugenommen, lediglich etwas mehr als 10% beklagen einen Rückgang. Die Architekten melden gesamthaft eine Erhöhung der Wohnbausummen. Bei den öffentlichen Bausummen sind die positiven und die negativen Stimmen ausgeglichen. Im gewerblichen Bau ist die Einschätzung gesamthaft leicht negativ.

Ingenieurbüros zuversichtlicher
Fast alle Ingenieurbüros beschreiben die Geschäftslage als gut (67%) oder befriedigend (32%). Für die nächsten sechs Monate ist keine Verschlechterung abzusehen, positive und negative Meldungen halten sich in etwa die Waage. Bereinigt um saisonale Effekte ergibt sich allerdings eine leicht positive Einschätzung. In Bezug auf die Leistungserbringung erwarten 20% der Büros für das kommende Quartal eine Steigerung und nur weniger als 10% eine Verschlechterung. Entsprechend beabsichtigt ein Fünftel der Büros Personal einzustellen, nachdem bereits knapp ein Viertel in den vergangenen Monaten die Beschäftigung ausgebaut hat. Noch immer fühlen sich mehr als 50% der Büros durch einen Mangel an Arbeitskräften in ihrer Leistung gehemmt.

Im Gegensatz zu den Architekten sind die Ingenieure stärker im Neubaubereich tätig. Nur etwas mehr als ein Viertel aller Projekte betreffen Erneuerungs- und Unterhaltsarbeiten. Die negative Einschätzung hinsichtlich der Bausummen im industriell-gewerblichen Bau ist stärker ausgeprägt als bei den Architekten, dafür meldet ein Viertel der Ingenieure steigende Bausummen im öffentlichen Bau. (SIA/mc/ps)

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