Aussenhandel: Exporte legen im Januar um 3 Prozent zu

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(Bild: © Binkski - Fotolia.com)

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Bern – Im ersten Monat des Jahres 2014 starteten die Exporte mit einem Plus von 3 %, während die Importe stagnierten. Ausfuhrseitig erzielte die Branchenmehrheit höhere Umsätze, vor allem in Latein- und Nordamerika, aber auch in Europa. In der Handelsbilanz resultierte ein Überschuss von 2,6 Mrd. Fr., wie die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) mitteilt.

Im Januar wuchsen die Ausfuhren um 3 % auf 17,1 Mrd. Fr. Dabei wiesen 7 der 10 wichtigsten Branchen ein Absatzplus oder stagnierende Exporte aus. Am deutlichsten stiegen die Lieferungen der Kunststoffindustrie (+ 7 %). Die Preise der exportierten Güter verringerten sich binnen Jahresfrist um 1,3 % (reale Entwicklung: + 4,7 %). Unter Ausschluss der Pharmasparte resultierte ein Preisanstieg von 1,2 % (reale Entwicklung: + 2,2 %).

Chemie- und Pharmabranche legt um 4 % zu
Um 6 % wuchsen die Exporte der Metall- und der Uhrenindustrie. Bei Ersteren stiegen vor allem die Verkäufe von Maschinenelementen sowie Werkzeugen und Formbau. Die umsatzstärkste Branche, die Chemisch-Pharmazeutische Industrie, erhöhte ihre Lieferungen um 4 %, namentlich dank den Mehrexporten von Medikamenten und pharmazeutischen Wirkstoffen (je + 6 %). Auch die zweitgrösste Exportbranche, die Maschinen- und Elektronikindustrie, erzielte einen um 4 % höheren Umsatz.

Die Ausfuhren der Textil-, Bekleidungs- und Schuhindustrie stagnierten, während jene die Exporte der Nahrungs- und Genussmittelindustrie (Getränke: – 17 %; Kaffee: – 1 %) sowie jene von Präzisionsinstrumenten um je 2 % zurückgingen. Die Papier- und Grafische Industrie musste ein Absatzminus von 7 % hinnehmen.

Boomende Exporte nach Mexiko  
Bezogen auf die geografische Entwicklung wuchsen – mit Ausnahme Asiens (- 4 %) und Ozeaniens (- 12 %) – die Exporte nach den übrigen Kontinenten. Dabei stieg der Absatz in  Lateinamerika (+ 29 %; Mexiko: + 135 %), Nordamerika (+ 11 %; USA: + 10 %) und Afrika (+ 11 %) kräftig. Die Lieferungen nach Europa bzw. in die EU erhöhten sich um 3 %.

In Asien dominierten die Minuszeichen; u.a. waren die Exporte nach Saudi-Arabien (- 36 %), Indien   (- 33 %) und Hongkong (- 13 %) rückläufig. Immerhin wuchsen die Ausfuhren in die Vereinigten Arabischen Emirate (+ 39 %) und Japan (+ 9 %). Bei praktisch allen Ländern spielten die Pharmaprodukte eine zentrale Rolle für das Ergebnis.

Arzneiwaren drehen Konsumgüterimporte ins Plus  
Die Importe verfehlten im Januar 2014 mit 14,5 Mrd. Fr. knapp das Vorjahresergebnis. Dabei verlief die Entwicklung der 4 Verwendungszweckgruppen innerhalb einer Spannweite von – 15 % bis + 3 %. Stabil blieben die Preise der Importgüter (reale Entwicklung: – 0,2 %). Auch ohne die Pharmasparte veränderten sich die Preise nur minimal (+ 0,8 %; real: – 0,9 %).

Die Importe von Energieträgern gingen – teilweise preisbedingt – um 15 % bzw. 222 Mio. Fr. zurück. Ebenfalls rückläufig waren die Einfuhren von Rohstoffen und Halbfabrikaten (- 1 %). Für das Minus war hier vor allem der Rückgang bei den Chemikalien (- 6 %) verantwortlich. Ferner sanken die Bezüge von Metallen, real stiegen diese jedoch um 3 %.

Demgegenüber erhöhten sich die Importe von Investitionsgütern um 2 %. Wichtigste Wachstumsstützen bildeten dabei die Mehreinfuhren von Nutzfahrzeugen (+ 13 %) sowie jene von Arbeitsmaschinen und -geräten. Im Konsumgüterbereich (+ 3 %) stammte das Plus überwiegend von den um einen Sechstel gestiegenen Arzneiwaren her (+ 418 Mio. Fr.). Mehrheitlich negativ entwickelte sich hingegen die Nachfrage in den übrigen Bereichen. So sanken u.a. die Importe von Bijouterie gleich um einen Drittel (- 209 Mio. Fr.) und jene von Wohnungseinrichtungen um 8 %.

Importe aus Europa entwickeln sich auffallend gegenläufig  
Gegensätzlich fiel die Importentwicklung nach Kontinenten aus. So sanken die Einfuhren aus Afrika (- 29 %), Lateinamerika (- 18 %; Brasilien: – 19 %) und Nordamerika (- 9 %; USA:  – 9 %) deutlich. Derweil stagnierten die Bezüge aus Europa bzw. der EU. Hier zeigte sich ein kontrastreiches Bild, standen doch kräftigen Mehrimporten aus Slowenien (+ 241 %) und Irland (+ 49 %; beide Pharmazeutika) sowie Deutschland (+ 3 %) markant rückläufige Zufuhren aus Russland (- 80 %), Spanien (- 27 %), den Niederlanden (- 21 %) sowie Belgien (- 20 %) und Italien (-8 %) gegenüber. Dagegen weiteten sich die Importe aus Asien um insgesamt 6 % aus. Triebfeder dieses Anstiegs war vor allem China mit einem Plus von 9 %.

Saisonbereinigt nahmen die Exporte um 2,3 % zu (real: + 2,5 %), womit sie zum vierten Mal innert sechs Monaten stiegen. Zugleich bestätigte sich damit der seit Mitte 2013 registrierte Wachstumstrend. Dagegen sanken die Importe um 1,7 % (real: – 2,3 %). Trotz dieses Negativergebnisses hielt der Aufwärtstrend bei den Einfuhren auch im Berichtsmonat an. (EZV/mc/ps)

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