Bachem steigert Umsatz und Gewinn – Umsatzmilliarde wird nicht erwähnt
Bubendorf – Das Biochemie-Unternehmen Bachem hat im Geschäftsjahr 2025 deutlich mehr umgesetzt und verdient. Gleichzeitig treibt der Pharmazulieferer den Ausbau der Organisation voran, um das künftige Wachstum zu stützen. Die für 2026 versprochene Umsatzmilliarde wird aber nicht mehr explizit erwähnt.
Bachem setzte im vergangenen Jahr 695,1 Millionen Franken um und damit 14,8 Prozent mehr als in 2024, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. In Lokalwährungen hätte das Plus 19,2 Prozent betragen. Im ersten Halbjahr war Bachem in Lokalwährungen noch um 34 Prozent gewachsen.
Die Gewinnzahlen kletterten noch deutlicher in die Höhe. Der operative Gewinn auf Stufe EBITDA etwa stieg um 21,8 Prozent auf 214,7 Millionen Franken. Die entsprechende Marge legte um 1,8 Prozentpunkte auf 30,9 Prozent zu.
Dabei spielte allerdings ein positiver Sondereffekt von 16,1 Millionen Franken rein. Dieser fiel laut Bachem im Zusammenhang mit der Standortentwicklung Sisslerfeld sowie dem Verkauf eines Gebäudes in den USA. Bereinigt um den Effekt lag die Betriebsgewinnmarge bei 28,6 Prozent – was auch in etwa dem AWP-Konsens entsprach.
Unter dem Strich verdiente Bachem 148,8 Millionen Franken – knapp 24 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Aktionäre profitieren in Form einer höheren Dividende: Pro Aktie sollen 0,90 Franken ausgeschüttet werden. Im Vorjahr waren 0,85 Franken je Anteil zur Auszahlung gekommen.
Hohe Investitionen für Wachstum
Bachem investiert derzeit stark in den Ausbau der Anlagen. In der Berichtsperiode wurden erneut 332,6 Millionen Franken über alle Standorte hinweg investiert. Im laufenden Jahr sollen es gar mehr als 400 Millionen sein.
Denn das Unternehmen hat sich verschiedene Grossaufträge von den Herstellern der boomenden «Schlankmacher»-Spritzen gesichert. Der Ausbau der Kapazitäten dient diesen Aufträgen. Und 2026 ist ein zentrales Jahr, wenn am Hauptsitz in Bubendorf im neu errichteten «Gebäude K» die kommerzielle Produktion stufenweise hochgefahren wird.
Neubau in Bubendorf
Das erfolgreiche Hochfahren der kommerziellen Produktion ist «zentrale Voraussetzung» für die Erreichung des Umsatzziels in 2026, betonte das Unternehmen. So erwarte man ein Umsatzwachstum in Lokalwährungen im Bereich von 35 und 45 Prozent.
Die zu früheren Gelegenheiten genannte Umsatzmilliarde, die in 2026 erreicht werden soll, wird am Donnerstag in dem Communiqué aber nicht mehr erwähnt. Bezüglich Profitabilität wurden die Ziele bestätigt: Die EBITDA-Marge in Lokalwährungen soll im tiefen Dreissigerbereich liegen.
Bachem beliefert die Pharma- und Biotechnologiebranche mit Peptid-basierten Wirkstoffen. Peptide sind Ketten von bis zu rund 100 Aminosäuren. Sie werden als spezifische Wirkstoffe in Medikamenten verwendet, zum Beispiel zur Behandlung von Krebs, Diabetes oder Fettleibigkeit. Seit einigen Jahren baut Bachem zudem mit Oligonukleotiden ein neues Standbein auf. (awp/mc/ps)