Beschäftigungs-Entwicklung stagniert

Beschäftigungs-Entwicklung stagniert

Zürich – Der KOF Beschäftigungsindikator hat sich gegenüber dem letzten Stand wieder abgeschwächt.Der Indikator sank von 1.3 auf –1.0. Der aktuelle Wert signalisiert eine stagnierende Beschäftigungsentwicklung auf dem Schweizer Arbeitsmarkt in den kommenden drei Monaten. Das Versicherungsgewerbe plant einen deutlichen Stellenaufbau.

Der KOF Beschäftigungsindikator stagniert nahe bei null. Der Indikator weist neu einen Wert (Beschäftigung gemäss BFS) von –1.0 aus. Vor drei Monaten war er mit 1.3 noch leicht positiv (nach unten revidiert von 1.9). Der Beschäftigungsindikator läuft der prozentualen Wachstumsrate der vollzeitäquivalenten Beschäftigung gegenüber der entsprechenden Vorjahresperiode mit einem Quartal voraus. Dadurch ist eine frühe Einschätzung der Arbeitsmarktlage möglich. Der gegenwärtige Stand des Indikators deutet somit auf eine in etwa konstante Beschäftigung in den nächsten drei Monaten, verglichen mit dem Vorjahres­quartal, hin. Werte der letzten Monate

Trendwende?
Der leichte Rückgang des Beschäftigungsindikators ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Unternehmen planen, die Anzahl der Beschäftigten in den nächsten drei Monaten konstant zu halten. Im April hatte noch eine Mehrheit der Unternehmen angegeben, in Zukunft Stellen schaffen zu wollen. Ob der leichte Knick des Indikators nach unten bereits eine Trendwende in der Beschäftigungsentwicklung anzeigt, ist unsicher. Er weist aber auf eine zunehmende Unsicherheit der Firmen hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung in naher Zukunft hin. Entsprechend zurückhaltend sind sie, neue Beschäftigte einzustellen.

Ergebnisse nach Branchen
Seit geraumer Zeit überdeckt die gesamtwirtschaftliche Betrachtung bedeutende Unter­schiede nach Branchen: So verzeichnet das Versicherungsgewerbe einen historischen Höchst­stand. Bereits vor drei Monaten hatte der Indikator für das Versicherungsgewerbe ein sehr hohes Niveau erreicht. Hier ist in naher Zukunft mit einem weiteren bedeutenden Stellenaufbau zu rechnen. Bei den übrigen Dienstleistungsbetrieben dürften in naher Zukunft ebenfalls Beschäftigte angestellt werden. Im Bankwesen, im Baugewerbe, im Gross- und Detailhandel und im Projektierungsbereich dürfte die Beschäftigung stagnieren. In der Industrie und im Gastgewerbe ist die Lage für Stellensuchende hingegen schwierig: Eine Mehrheit der Unter­nehmen in diesen Branchen plant einen Stellenabbau. Im Gastgewerbe dürften hierfür vor allem die schlechte Sommersaison und der starke Franken verantwortlich sein. Bei der export­orientierten Industrie sind wohl vor allem die Ängste, dass sich die internationale Konjunktur weiter verschlechtern könnte, für die Zurückhaltung auf dem Arbeitsmarkt verantwortlich. (KOF/mc/ps)

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