BKW erwartet für 2013 Verlust von 200 bis 250 Mio CHF

Suzanne Thoma
BKW-CEO Suzanne Thoma. (Foto: BKW)

Suzanne Thoma, CEO BKW. (Foto: BKW)

Bern – Der Berner Energiekonzern BKW hat auf eigenen Produktionsanlagen im grossen Umfang Abschreibungen vorgenommen und rutscht so in die Verlustzone ab. Die BKW hat die Werthaltigkeit der Anlagen überprüft und diese aufgrund des anspruchsvollen Marktumfelds mit den tiefen Strompreisen neu bewertet. Die Aktionäre sollen dennoch in den Genuss einer gegenüber dem Vorjahr unveränderten Dividende kommen.

Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2013 rechnet die BKW neu mit einem Reinverlust von 200 bis 250 Mio CHF. Ursprünglich wurde ein Gewinn auf Niveau des Vorjahres (135 Mio) erwartet. Grund für das tiefrote Ergebnis seien Rückstellungen und Wertberichtigungen, welche die BKW aufgrund der Verzerrungen auf dem Strommarkt auf den Produktionsanlagen vornehmen musste, schreibt der Konzern in der Mitteilung vom Montag. Ohne die Sonderbelastungen hätte ein Reingewinn von rund 150 Mio resultiert.

Auf operativer Stufe erwartet die BKW dagegen «sehr gute» Ergebnisse, wie es weiter heisst. Um Sondereffekte bereinigt liege der EBITDA bei rund 500 Mio CHF und der EBIT bei rund 300 Mio. Unter Einbezug der Sondereffekte, die das Betriebsergebnis ebenfalls belasten, werde der ausgewiesene EBITDA bei rund 300 Mio und der ausgewiesene EBIT zwischen -150 und -200 Mio liegen. Im Jahr 2012 erreichte die BKW noch einen EBITDA von 411 Mio.

Umsatz sinkt um 5%
Der konsolidierte Umsatz der Gruppe ist im Berichtsjahr um rund 5% auf 2,70 Mrd CHF zurückgegangen. Das Geschäftsjahr sei von dem sehr anspruchsvollen Marktumfeld mit den tiefen Strompreisen und dem nach wie vor starken Franken geprägt gewesen, heisst es dazu.

Der Konzern geht davon aus, dass die Anforderungen auf dem Energiemarkt «äusserst anspruchsvoll» bleiben dürften und die Ertragslage weiterhin beeinflussen werden. Daher habe man im Rahmen der Abschlussarbeiten auch die Werthaltigkeit der Produktionsanlagen überprüft, mit dem Resultat, dass auf in- und ausländischen Anlagen Wertberichtigungen vorgenommen wurden. Davon betroffen seien vor allem neuere Anlagen, unabhängig von Technologie und Standort. Weiter tätigte die BKW noch Wertberichtigungen auf Energiebezugsverträgen.

Unveränderte Dividende
Trotz der erwarteten «roten Zahlen» beim Reingewinn wird die BKW ihren Aktionären eine Dividende ausbezahlen. Aufgrund des «guten» bereinigten Jahresergebnisses schlage man an der kommenden Generalversammlung vom 9. Mai eine zum Vorjahr unveränderte Ausschüttung von 1,20 CHF je Aktie vor, so die Mitteilung.

Das Umfeld und die Rahmenbedingungen auf dem Energiemarkt seien weiterhin äusserst anspruchsvoll, heisst es weiter. Die Vorteile der vertikalen Integration mit der Präsenz in allen Wertschöpfungsstufen der Energieversorgung sollen weiter genutzt werden. Dabei will sich die BKW in Zukunft mit dem Ausbau neuer Geschäftsfelder im Dienstleistungsbereich breiter abstützen.

Die BKW hält die Bilanzmedienkonferenz am 26. März und wird dann detailliertere Zahlen vorlegen. Dagegen entfällt die für am 26. Februar angekündigte Vorausinformation zum Jahresergebnis 2013. An der Börse notieren die Aktien der BKW gegen 9.20 Uhr unverändert auf 29 CHF, während der SPI-Gesamtmarkt um 0,3% gewinnt. (awp/mc/upd/ps)

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