Bossard bremst im dritten Quartal den Abschwung

Bossard bremst im dritten Quartal den Abschwung
Bossard-CEO Daniel Bossard. (Foto: Bossard)

Zug – Der Industriezulieferer Bossard ist im dritten Quartal 2020 erneut geschrumpft. Allerdings hat sich der Abwärtstrend zuletzt deutlich verlangsamt. Und absolut gesehen verkaufte das frühzyklische Unternehmen wieder einiges mehr als im zweiten Quartal. Beim Ausblick bleibt aber Vorsicht Trumpf.

Der Umsatz reduzierte sich im Vergleich zum dritten Quartal 2019 um 8,2 Prozent auf 200,6 Millionen Franken. Die negativen Währungseffekte ausgeklammert ergab sich ein Minus in Lokalwährungen von 5,6 Prozent, wie der Spezialist für Verbindungs- und Montagetechnik am Mittwoch mitteilte. Mit diesem Umsatz hat Bossard die Erwartungen der Analysten praktisch erfüllt, denn der AWP-Konsens lag bei 200,8 Millionen.

„Gewisse Erholung“
Von der globalen konjunkturellen Erholung im dritten Quartal profitierte also auch Bossard. Denn im Vergleich zum zweiten Quartal 2020 (-13,7% in Lokalwährungen) hat sich das Tempo des Umsatzverlustes klar verringert. Das dritte Quartal habe eine gewisse Erholung gebracht, heisst es. Dazu habe die breit diversifizierte Kundenbasis in Europa und insbesondere in der Schweiz beigetragen.

In Europa fiel der Quartalsumsatz auf 113,5 Millionen Franken zurück, entsprechend einem Minus in Lokalwährungen von 8,9 Prozent. Hier habe sich das wirtschaftliche Umfeld zuletzt etwas aufgehellt, die Bedingungen blieben aber schwierig.

Im Amerika-Geschäft ergab sich ein Umsatz von 51,0 Millionen Franken, was in Lokalwährung einem Minus von 1,7 Prozent entspricht. Im zweiten Quartal lagen die Umsatzverluste noch klar im zweistelligen Bereich. Bossard spricht hier von einer „sichtbaren Stabilisierung“. Wie bekannt, gehören etwa der Landmaschinenhersteller John Deere oder Tesla zu den Bossard-Kunden.

Rückkehr zu Wachstum in Asien
In Asien erreichten die Verkäufe im dritten Quartal 36,1 Millionen. Dies liegt um 4 Prozent unter dem Vorjahreswert – allerdings ist dafür vor allem der starke Franken verantwortlich, denn in lokalen Währungen ergab sich hier gar ein kleines Plus von 0,3 Prozent. In China ist Bossard im August von Peking nach Wuqing umgezogen, wovon sich das Unternehmen weiteres Wachstum in nördlichen Regionen erhofft.

Für die ersten neun Monate weist die Gruppe einen Umsatz von 600,0 Millionen Franken aus, was einem Minus von 10,4 Prozent in Franken bzw. 6,5 Prozent in Lokalwährungen entspricht. Dank der geografischen Diversifizierung und einer breiten Lieferantenbasis sei die Lieferfähigkeit trotz des wegen der Pandemie schwierigen Umfelds nicht beeinträchtigt gewesen, schreibt Bossard im Rückblick auf das bisherige Geschäftsjahr.

Erstmals im laufenden Jahr macht das Unternehmen eine konkrete Prognose für das Gesamtjahr 2020. So wird mit einem Umsatz zwischen 780 und 800 Millionen Franken gerechnet, falls die Corona-Pandemie nicht zu weiteren wesentlichen Einschränkungen in den Absatzmärkten führe. (awp/mc/pg)

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