Bucher mit Gewinnsprung und höherer Dividende

Bucher mit Gewinnsprung und höherer Dividende
Werk von Bucher Municipal im australischen Marsden Park.

Niederwenigen – Der Industriekonzern Bucher hat im Geschäftsjahr 2022 einen Gewinnsprung gemacht. Der Betriebsgewinn (EBIT) kletterte um über einen Fünftel auf 425 Millionen Franken.

Die entsprechende Marge verbesserte sich auf hohem Niveau um 70 Basispunkte auf 11,8 Prozent, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Sie lag damit zum zweiten Mal in Folge im zweistelligen Bereich.

Geholfen hat dabei insbesondere der höhere Umsatz. Insgesamt sei die Situation bei den Lieferketten aufgrund der Covid-Einschränkungen in China sowie der angespannten Energielage aber herausfordernd geblieben. Schwierig sei zudem die Rekrutierung von qualifizierten Mitarbeitern gewesen, vor allem in den USA.

Unter dem Strich verblieb für den Hersteller von Landmaschinen oder Gemeinde-Fahrzeugen ein Reingewinn von 335 Millionen Franken, was gegenüber dem Vorjahr einer Zunahme um mehr als 24 Prozent entspricht. Damit hat Bucher die Erwartungen der Finanzgemeinde mit beiden Gewinnziffern klar übertroffen.

Deutlich höhere Dividende
Auch bei der Dividende schüttete Bucher mehr aus als erwartet: Die Aktionäre erhalten nun 13,00 Franken pro Aktie nach 9,50 Franken vor einem Jahr.

Den Umsatz hatte Bucher bereits im Januar bekanntgegeben. Er stieg 2022 um 13,2 Prozent auf 3,60 Milliarden Franken. Organisch war das Wachstum mit 16,5 Prozent wegen des stärkeren Frankens noch höher. Besonders ausgeprägt waren die Umsatz-Verbesserungen bei der Landmaschinensparte Kuhn Group, der Sparte Hydraulics und der Glasmaschinentochter Emhart Glass.

Der Auftragseingang lag mit 3,86 Milliarden hingegen um 2,3 Prozent unter dem sehr hohen Vorjahreswert. Auch hier wirkte sich der stärkere Franken aus, wie das währungsbereinigte Wachstum von 3,2 Prozent zeigt. Die Märkte hätten sich im Verlauf von 2022 abgeschwächt, wobei die Stimmung jedoch insgesamt positiv geblieben sei, hiess es dazu.

In der Folge habe sich der Auftragseingang im zweiten Halbjahr auf sehr hohem Niveau verringert. Der Auftragsbestand per Ende Jahr sei mit sieben Monaten aber weiterhin auf sehr hohem Niveau.

Stabiler Umsatz bei tieferem Gewinn erwartet
Die Prognose vom Januar wird von Bucher bestätigt. Demnach wird für das Gesamtjahr 2023 ein Umsatz in der Grössenordnung von 2022 erwartet, wobei sich die Preis- und Währungseffekte kompensieren dürften. Die Betriebsgewinnmarge werde insbesondere aufgrund höherer Personalkosten unter Druck kommen und deshalb leicht unter dem Vorjahr liegen, ebenso der Reingewinn.

Diese Prognose stützt sich auf einen «aussergewöhnlich hohen Auftragsbestand», der eine hohe Auslastung der Kapazitäten im ersten Halbjahr garantieren werde. Die Nachfrage nach Bucher-Produkten werde sich aber wohl im laufenden Jahr – ausgehend von einem «sehr hohen Niveau» – weiter normalisieren, so die Prognose.

Vom steigenden Margendruck dürften alle Divisionen betroffen sein, jedoch in unterschiedlichem Ausmass. Für die grösste Division Kuhn Group prognostiziert Bucher sowohl für den Umsatz als auch den operativen Gewinn im Vergleich zu 2022 eine Seitwärtsentwicklung. (awp/mc/ps)

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