Bund unterzeichnet Vertrag für Corona-Medikamente von Roche

Roche
(Bild: Roche)

Bern – Der Bund hat mit dem Pharmahersteller Roche einen Vertrag für die Beschaffung von Medikamenten gegen das neue Coronavirus abgeschlossen. Die ersten Lieferungen werden Mitte Mai 2021 erwartet. Die Arzneimittelaufsicht Swissmedic gab offiziell grünes Licht für den Einsatz.

Der Bund bestellte 3000 Dosen des Medikamentencocktails, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag mitteilte. Über den Preis machte das Amt keine Angaben.

Bei den Medikamenten handelt es sich um eine Mischung der künstlichen Antikörper Casirivimab und Imdevimab, die eine Resistenz gegen das Virus erzeugen. Entwickelt hat das Mittel das US-Biotechnologieunternehmen Regeneron Pharmaceuticals in Partnerschaft mit Roche.

In der Schweiz empfahl die wissenschaftliche Covid-19-Taskforce des Bundes den Einsatz solcher Medikamente. Obwohl das Konzentrat mit dem Namen «RegN-Cov2» noch keine Zulassung haben, liess Swissmedic seine Verschreibung ausnahmsweise zu.

Die Wirkstoffe in dem Medikament fielen neu unter die Covid-19- Verordnung 3 des Bundes und dürften nach der Einreichung eines Zulassungsgesuchs in Verkehr gebracht werden, teilte die Arzneimittelaufsicht am Dienstag mit.

Die Behörde gab offiziell am 16. April grünes Licht. Die bisherigen Erfahrungen zeigten laut Swissmedic, dass Krankheitsverläufe durch das Arzneimittel abgeschwächt werden konnten.

Bund trägt Kosten
Der Bund übernimmt die Kosten der Behandlungen bis sie von der obligatorischen Krankenversicherung vergütet werden, was erst mit der Zulassung und der Aufnahme in die Liste der kassenpflichtigen Medikament möglich wird. Die ersten Behandlungen sollen ab Mitte Mai für bestimmte Risikopatientinnen und -patienten verfügbar sein, wie der Bund mitteilte.

Beim Medikament handelt es sich um einen künstlichen Antikörper-Cocktail. Er wird im frühen Krankheitsstadium einmalig intravenös verabreicht, wenn das Risiko für einen schweren Verlauf besteht. Vorbild und Grundlage sind Antikörper, die aus dem Plasma von Menschen stammen, die Covid-19 überstanden haben.

Medikamente mit monoklonalen Antikörpern gibt es bereits seit den 1990er-Jahren. Sie wurden bisher meist gegen Krebserkrankungen oder Autoimmunkrankheiten eingesetzt.

Die USA hatten dem Medikament bereits im November 2020 eine Notfallzulassung erteilt. Auch in der EU kommt das Arzneimittel ohne Zulassung bereits zur Anwendung. (awp/mc/pg)

Swissmedic

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