Burckhardt holt überraschend mehr Bestellungen an Land

Burckhardt holt überraschend mehr Bestellungen an Land
Fabrice Billard, CEO Burckhardt Compression. (Foto: zvg)

Winterthur – Der Industriekonzern Burckhardt Compression hat im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2026/27 mehr Bestellungen als im Vorjahreszeitraum erhalten. Das ist eine grosse Überraschung. Die Ziele für das Gesamtjahr wurden bestätigt.

Die Bestellungen summierten sich zwischen April und September auf 422,5 Millionen Franken, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Das ist ein Plus von 5,4 Prozent.

Damit gelang dem Unternehmen die Wende, nachdem im Vorjahreszeitraum der Auftragseingang um mehr als ein Drittel eingebrochen war. Analysten hatten nicht mit einer Erholung gerechnet, sondern im Gegenteil im Schnitt (AWP-Konsens) einen neuerlichen Rückgang von mehr als 6 Prozent prognostiziert.

«Wir expandieren erfolgreich in neue Märkte und unterstützen damit die Rückkehr zu Wachstum trotz der anhaltenden kurzfristigen Unsicherheiten», liess sich CEO Fabrice Billard zitieren. Geholfen habe auch die Präsenz in Märkten, die von globalen Megatrends profitierten.

In beiden Geschäftsbereichen verbesserte sich die Nachfrage, wobei das Neumaschinengeschäft mit +6,3 Prozent etwas besser abschnitt als das Servicegeschäft (+4,1%).

Umsatz rückläufig
Die schwache Nachfrage der letzten Zeit wirkt derweil beim Umsatz nach. Dieser ging um 11,1 Prozent auf 459,0 Millionen zurück. Die EBIT-Marge verringerte sich in der Folge auf 12,1 von 12,7 Prozent. Ohne Restrukturierungskosten lag sie bei 12,8 Prozent. Unter dem Strich nahm der Reingewinn um 11,6 Prozent auf 43,0 Millionen ab.

Auch bei diesen Kennzahlen schnitt das Unternehmen besser als erwartet ab.

Am Sparprogramm inklusive Jobabbau hält das Unternehmen trotzdem fest. Diese Massnahmen würden die Kostenbasis an die erwartete tiefere Auslastung in den kommenden Quartalen anpassen und die Wettbewerbsfähigkeit verbessern, so das Communiqué. Konkret sollen sie jährliche Einsparungen von rund 20 Millionen bringen, wie frühere Angaben bestätigt wurden. Der im August angekündigte Plan sieht den Abbau von 220 Stellen vor, davon 150 in Winterthur.

Stärkeres zweites Semester
Im laufenden Geschäftsjahr 2026/27 (April 2026 bis März 2027) peilt das Management weiterhin einen Umsatz zwischen 900 Millionen und einer Milliarde Franken sowie eine EBIT-Marge von rund 12 Prozent an. Es wird dabei betont, dass im zweiten Semester ein stärkerer Umsatz zu erwarten sei. Zum Vergleich: Im Vorjahr war ein Umsatz von 1,06 Milliarden und eine Marge von 13,3 Prozent erzielt worden.

Keine neuen Angaben gab es zu den Mittelfristzielen. Mittelfristig strebt das Unternehmen weiterhin einen Umsatz von 1,2 Milliarden Franken und eine EBIT-Marge von 12 bis 15 Prozent an. Wann genau diese Ziele erreicht werden sollen, liess das Unternehmen im Communiqué offen. Ursprünglich galt das Ziel für das Geschäftsjahr 2027/28. Im Juni wurde dieser Zeithorizont allerdings aufgegeben wegen der aktuell schwierigen Marktlage. (awp/mc/ps)

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