BVZ steigert 2013 Gewinn deutlich – Dividende erhöht

Fernando Lehner
Fernando Lehner, CEO BVZ Holding. (Foto BVZ)

Fernando Lehner, CEO BVZ Holding (Foto: BVZ)

Brig – Das Bahn- und Touristikunternehmen BVZ Holding hat im vergangenen Geschäftsjahr den Ertrag leicht und das Ergebnis deutlich gesteigert. Während aufgrund des nach wie vor starken Frankens und konjunktureller Unsicherheiten die Nachfrage aus Europa für Erlebnisreisen gedämpft blieb, zieht die Destination Zermatt immer mehr Touristen aus Asien an.

Der konsolidierte Ertrag wuchs im Berichtsjahr um 1,1% auf 129,2 Mio CHF, wovon 29,7 (VJ 30,7) Mio aus Abgeltungen von Seiten der öffentlichen Hand zugeflossen sind. Der Betriebsgewinn auf Stufe EBITDA stieg um 23% auf 28,3 Mio und der EBIT auf 11,0 Mio nach 4,7 Mio im Vorjahr, wie die Brig Visp Zermatt Bahnen am Freitag mitteilten. Die EBIT-Marge hat sich auf 8,5% mehr als verdoppelt. Die deutliche Ergebnissteigerung sei zu einem guten Teil dem konsequenten Kostenmanagement im Personal- und Betriebsaufwand zuzuschreiben, erklärte Finanzchef Beat Britsch an der Bilanzmedienkonferenz in Brig. Dabei hat die BVZ mit 2,9 Mio CHF auch deutlich weniger für die Sanierung der Pensionskasse aufgewendet als noch im Vorjahr (7,3 Mio).

PK-Sanierung soll noch dieses Jahr abgeschlossen werden
Wenn es nach der BVZ geht, soll die seit einigen Jahren andauernde PK-Sanierung noch im laufenden Jahr zu einem Abschluss kommen. Der Vorschlag muss allerdings vom Stiftungsrat gutgeheissen werden.

Höhere Dividende
Unter dem Strich nahm der Reingewinn um 40% auf 6,4 Mio CHF zu. Die Abschreibungen sind um 6% zurückgegangen und werden künftig weiter sinken. Schliesslich wurde der Goodwill auf der Gornergratbahn vollständig abgeschrieben, weshalb der CFO im 2014 mit um 0,9 Mio tieferen Abschreibungen rechnet. Die Bilanz sei mit einem Eigenfinanzierungsgrad von 33,7% kerngesund, sagte Britsch weiter. Die Eigenkapitalrendite belief sich auf 5,0% und den Aktionären soll eine um 50 Rappen auf 10,0 CHF je Titel erhöhte Dividende ausbezahlt werden.

Gute Nachfrage aus Asien
Im Ertrag haben die Geschäftsfelder Regionalverkehr (+3,5% auf 41,5 Mio CHF) und Immobilien (+31% auf 4,7 Mio) den Rückgang bei den Erlebnisreisen -1,6% auf 33,7 Mio) mehr als kompensiert. Der Autoverlad wuchs um 7,5% auf eine Rekordmarke von 6,0 Mio, während der Güterverkehr mit dem erwarteten Wegfall von Aufträgen für die NEAT-Baustelle in Sedrun einen Ertragsrückgang von 9,8% auf 2,2 Mio verzeichnete.

Im Regionalverkehr der Matterhorn Gotthard Bahn (MGB) hat sich die Zahl der Fahrgäste um 2,2% auf 5,8 Mio reduziert, was vor allem auf die dank der Raiffeisen-Aktion hohe Basis im 2012 zurückzuführen sei, sagte CEO Fernando Lehner. Leichte Tarif-Erhöhungen und ein für die MGB besserer Verteilschlüssel aus den schweizweiten ÖV-Geldern liessen den Ertrag dennoch ansteigen.

Die starke Vergleichbasis wegen der Raiffeisen-Aktion führte auch bei den Erlebnisreisen auf den Gornergrat zu einem Frequenz-Rückgang um 4,2% auf 1,5 Mio. Im Glacier Express blieb die Zahl der Fahrgäste mit 0,2 Mio stabil.

Stetige Ertragssteigerung
Im Ausblick rechnet der CEO mit einer langsamen aber stetigen Verbesserung des Ertrags. Im Regionalverkehr dürfte Ende 2014 die Einführung des Halbstundentakts auf der Strecke Zermatt-Fiesch die Nachfrage beleben, wobei mit steigenden Gästezahlen aus dem Inland gerechnet wird. Für die Erlebnisreisen rechnet der CEO mit einer weiter steigenden Nachfrage aus Asien. Dazu hat die Gruppe die Präsenz vor Ort mit Vertretungen in südostasiatischen Ländern verstärkt. Aber auch aus Deutschland sollen dank den Marketing-Offensiven von Tourismus Schweiz die Gästezahlen anziehen.

Zudem soll noch im laufenden Jahr unter anderem der «touristische Raum Andermatt-Sedrun» weiterentwickelt werden. Dazu gehöre auch die Erneuerung des Bahnhofs Andermatt, der von der BVZ betrieben wird. (awp/mc/pg)

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