Calida will Mehrheitsbeteiligung an Lafuma

Felix Sulzberger

Calida-CEO Felix Sulzberger. (Foto: Calida)

Zürich – Die Wäscheherstellerin Calida strebt eine Mehrheitsbeteiligung an der französischen Sportbekleidungsgruppe Lafuma an. Über zwei Kapitalerhöhungen soll das an der Euronext kotierte Unternehmen restrukturiert werden, um später einen Beitrag zum weiteren Ausbau der Calida-Gruppe beizutragen. Die Transaktion muss noch von den Lafuma-Aktionären und von den französischen Behörden bewilligt werden.

Im Rahmen einer reservierten Kapitalerhöhung soll der bisherige Anteil von Calida von 15,3% auf 50,6% aufgestockt und anschliessend den Drittaktionären ein öffentliches Pflicht-Übernahmeangebot unterbreitet werden, teilte Calida am Freitag mit. Über eine zweite Kapitalerhöhung unter Wahrung des Bezugsrechts böte sich anschliessend die Möglichkeit, zu – gemäss Calida – «vorteilhaften Konditionen» in Lafuma zu investieren.

2-stufige Kapitalerhöhung
Mit den vorgesehenen Transaktionen werde die Eigenmittelsituation von Lafuma so gestärkt, dass diese nach erfolgreicher Restrukturierung über eine solide Basis verfüge, heisst es. Lafuma besitzt die Sportbekleidungsmarken Lafuma, Millet, Eider und Oxbow und erzielte im Geschäftsjahr 2012 einen Umsatz von 225 Mio EUR.

In einem ersten Schritt soll durch die Ausgabe von 2,5 Mio für Calida reservierte Aktien das Aktienkapital der Lafuma-Gruppe um nominal 20 Mio EUR aufgestockt werden. Der Ausgabepreis für diese Aktien wird auf 14 EUR je Aktie festgesetzt, was einem Preis für Calida von 35 Mio EUR entspricht.

Der vorgeschlagene Ausgabepreis von 14 EUR pro Aktie entspricht gegenüber dem gewichteten Durchschnittskurs der vergangenen 60 Tage einer Prämie von rund 5%. Dieser Preis muss indes noch von der französischen Finanzmarktaufsicht genehmigt und durch ein unabhängiges Bewertungsgutachten bestätigt werden. Die Transaktion soll Anfang 2014 stattfinden.

Verschiedene Bewilligungen noch offen
Die Transaktion muss von den Lafuma-Aktionären über eine ausserordentliche GV, welche noch im laufenden Jahr abgehalten werden soll, bewilligt werden. Der Verwaltungsrat von Lafuma habe der Calida-Gruppe nach der Analyse des Angebots ein bis Ende Jahr gültiges exklusives Verhandlungsmandat erteilt. Die Transaktion sei überdies Gegenstand diverser Genehmigungsverfahren durch die entsprechenden Behörden.

In einem weiteren Schritt soll eine zweite Kapitalerhöhung im Umfang von 10 Mio EUR unter Wahrung des Bezugsrechts für die bisherigen Aktionäre durchgeführt werden. Dafür ist ein Ausgabepreis von 9 EUR je Aktie vorgesehen, entsprechend einem Abschlag von 36% gegenüber dem Preis des Kaufangebots.

Mit der angestrebten Mehrheitsbeteiligung werde zum Ausdruck gebracht, dass man an das Potential der Lafuma-Gruppe mit ihren «besteingeführten» Sportbekleidungsmarken glaube, so Calida. Nach erfolgter Restrukturierung werde die gut kapitalisierte Gruppe einen «wichtigen Beitrag zum weiteren Ausbau der Calida-Gruppe leisten». (awp/mc/pg)

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