CEO und CFO verlassen Schmolz+ Bickenbach per sofort

Benedikt Niemeyer

Benedikt Niemeyer.

Emmenbrücke – Der Stahlhersteller Schmolz+Bickenbach (S+B) nimmt einen Führungswechsel vor. CEO Benedikt Niemeyer und CFO Axel Euchner verlassen das Unternehmen per sofort, teilte S+B mit. Bis zur Regelung einer Nachfolge übernimmt COO Marcel Imhof die Funktion des CEO und Oliver Karst, aktuell Leiter Group Accounting und Controlling, den CFO-Posten ad-interim. Über die definitive Neubesetzung werde zu gegebener Zeit informiert.

Die Veränderungen im Top-Management stehen im Zusammenhang mit den neuen Besitzverhältnissen, heisst es weiter. Seit der Kapitalerhöhung vom Mai 2010 halten die Publikumsaktionäre die Mehrheit an der Gesellschaft. So habe der Verwaltungsrat, der seit Jahresbeginn neu unter dem Präsidium von Hans-Peter Zehnder tagt, entsprechende Anpassungen der Corporate Governance eingeleitet, um den Transparenz- und Mitwirkungsansprüchen des heutigen Aktionariats Rechnung zu tragen.

«Neue Führungsgeneration»
Dazu gehöre auch eine Neuausrichtung der Führungsorganisation und Unternehmenskultur, heisst es weiter. Der Verwaltungsrat habe in diesem Zusammenhang einstimmig entschieden, die Führung des Unternehmens einer neuen Führungsgeneration zu übertragen. Deshalb seien die laufenden Verträge mit Benedikt Niemeyer und Axel Euchner aufgelöst worden.

ZKB: Grössere Diskrepanzen
Bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB) äussern sich Marktbeobachter skeptisch. Dass sowohl der CEO als auch der CFO das Unternehmen per sofort verlassen würden, dürfte auf grössere Diskrepanzen der beiden Führungspersonen mit dem Verwaltungsrat zurückzuführen sein, heisst es in einem Kommentar. Sie befürchten, dass die Kündigungen zu Spekulationen über weitergehende Probleme oder Unstimmigkeiten führen könnten. Der Abgang komme überraschend und falle in eine für das Unternehmen schwierige Zeit, was einen fahlen Nachgenschmack hinterlasse, so die ZKB.

Vontobel: Hinweis auf unbefriedigende Handelssituation?
Bei der Bank Vontobel kommentieren Analysten die Abgänge indes vorsichtig positiv. Der Wechsel im Management sollte die Investoren zufriedenstellen, die schon länger eine Veränderung auf der obersten Führungsebene gefordert hatten, so ein Analyst. Er befürchtet aber, ähnlich wie bei der ZKB, dass die Ankündigung auf eine unbefriedigende Handelssituation hinweisen könnte. In diesem Zusammenhang ruft er auch in Erinnerung, dass sich die Stahlindustrie weiterhin mit dem Durchsetzten von höheren Preisen schwer tut und mit sinkenden Nickelpreisen kämpft.

Die Aktien büssen gegen 10.00 Uhr 5,1% auf 4,12 CHF ein. (awp/mc/pg)

Schmolz+Bickenbach

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