Clariant steigert Profitabilität und wird auch das Ledergeschäft los

Hariolf Kottmann

Clariant-CEO Hariolf Kottmann. (Foto: Clariant)

Muttenz – Der Chemiekonzern Clariant wähnt sich nach dem dritten Quartal 2013 gut auf Kurs, wurde zuletzt aber von Währungseffekten ausgebremst. Der laufende Devestitionsprozess geht zügig voran – nun wurde mit dem Konkurrenten Stahl auch ein Abnehmer für das Ledergeschäft gefunden. Der Ausblick für das laufende Jahr wurde bestätigt.

Clariant weist für Juli bis September einen um 3% tieferen Umsatz von 1,44 Mrd CHF aus. In Lokalwährung (LW) gerechnet stieg der Umsatz jedoch um 2%. Vor Einmaleffekten stiegen der EBITDA um 14% auf 203 Mio und der EBIT um 21% auf 132 Mio CHF. Die Gewinnzahlen profitieren aber von positiven Einmaleffekten in Höhe von 19 Mio aus Bewertungsgewinnen aus einer Joint Venture-Transaktion mit Wilmar. Das Nettoergebnis stieg auf 129 Mio CHF, im Vorjahr hatte der Überschuss noch 47 Mio betragen. Bis auf den Umsatz lagen die Zahlen über den Erwartungen. Diese Zahlen betreffen die Aktivitäten aus den fortgeführten Aktivitäten, wie Clariant am Mittwoch mitteilte.

Unter Berücksichtigung der nicht fortgeführten Geschäfte wäre das Ergebnis auf minus 204 Mio CHF gesunken. Im nicht-weitergeführten Geschäft schrieb Clariant einen Umsatz von 443 Mio CHF und einen Verlust von 333 Mio. Der Fehlbetrag kommt nach Buchverlusten im dreistelligen Millionen-Bereich sowie Projekt- und Ausgliederungskosten für die im Jahresverlauf angekündigten Devestitionen zustande.

Cashflow-Generierung besitzt hohe Priorität
Der operative Cash Flow erreichte hohe 267 Mio, nach 181 Mio im Vorjahresquartal. Damit sei der Barmittelabfluss der ersten Jahreshälfte grösstenteils ausgeglichen worden. Die Generierung von Cashflow habe weiterhin Priorität und im letzten Jahresviertel werde eine weitere Verbesserung erwartet, so Clariant.

Die Nettoverschuldung sank folglich auf 1,691 Mrd CHF, gegenüber 1,945 Mrd per Mitte 2013. Schulden wurden vor allem mit dem Barmittelzufluss aus der Veräusserung der Geschäfte Textile Chemicals, Paper Specialties und Emulsions beglichen. Der Verschuldungsgrad sank auf 62%, gegenüber 67% zum Jahresende 2012.

Catalysis&Energy schwächelt
Das Wirtschaftsumfeld war den Angaben zufolge anspruchsvoll und gegenüber den ersten sechs Monaten praktisch unverändert. Alle Geschäftsbereiche hätten mit Ausnahme von Catalysis & Energy in Lokalwährungen ein Umsatzwachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich erreicht.

Konkret bildeten sich die Verkäufe bei Catalysis & Energy in LW um 14% zurück. Dies sei vor allem Verzögerungen bei verschiedenen Kundenprojekten in China und Südostasien zuzuschreiben. Zudem sei grosser Auftrag am Ende des Quartals verschoben worden. Der Umsatz des Geschäftsbereichs Care Chemicals stieg im dritten Quartal 2013 um 5% in LW, bei Natural Resources um 3% in und bei Plastics & Coatings um 4%.

Mit Blick auf die einzelnen Regionen schwang Lateinamerika mit einem Wachstum von 11% in LW erneut obenauf. Nordamerika und Europa verzeichneten plus 2%, während der Umsatz in Asien/Pazifik um 2% zurückgegangen sei. Der Nahe Osten und Afrika würden weiterhin auf einem niedrigen Niveau verharren.

Auch Ledergeschäft wird veräussert
Mit dem Mitbewerber Stahl hat Clariant nun auch einen Käufer für sein Geschäft mit Lederchemikalien gefunden. Die Sparte stand zuletzt nach den letzten vier Devestitionen noch alleine im Verkaufsschaufenster. Für sein Ledergeschäft erhält Clariant 23% der Aktien von Stahl sowie 85 Mio CHF in bar. Buchwertabschreiber seien diesmal nicht zu erwarten, versicherte Finanzchef Patrick Jany an einer Telefonkonferenz. Die Beteiligung an Stahl ist primär finanzieller Natur, erklärte er weiter. Es könne daher davon ausgegangen werden, dass Clariant sich zu einem späteren Zeitpunkt vom Aktienpaket trennen werde.

Der geltende Ausblick wurde erneuert; das Unternehmen rechnet mit einer weiteren Umsatz- und Rentabilitätssteigerung gegenüber 2012. Clariant bestätigt auch die mittelfristigen für 2015 gesetzten Ziele einer EBITDA-Marge von über 17% und einer Rendite auf das investierte Kapital (ROIC) über dem Branchendurchschnitt. (awp/mc/pg)

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