Conzzeta kann Abwärtstrend im dritten Quartal bremsen

Michael Willome
Conzzeta-CEO Michael Willome. (Foto: Conzzeta)

Zürich – Die sich in einer Transformationsphase befindende Conzzeta-Gruppe liegt nach neun Monaten im Geschäftsjahr 2020 mit dem Umsatz weiterhin klar hinter dem Vorjahr zurück. Dabei hat sich der Abwärtstrend im dritten Quartal allerdings deutlich verlangsamt. Die bisherigen Prognosen werden bestätigt.

Der Umsatz nach neun Monaten lag mit 905,4 Millionen Franken um gut 20 Prozent unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Bereinigt um Währungs- und Konsolidierungseinflüsse ergab sich auf vergleichbarer Basis ein Minus von 11,8 Prozent, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Damit wurde der AWP-Konsens von 870,1 Millionen Franken klar übertroffen.

Mammut legt leicht zu
Die erwartete Kundenbelebung im dritten Quartal sei eingetroffen, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Denn nach sechs Monaten hatten die Verkäufe auf vergleichbarer Basis noch um über 16 Prozent unter dem Vorjahr gelegen. Im dritten Quartal alleine resultierte noch ein organisches Minus von 2,7 Prozent, wobei das Segment Outdoor mit der bekannten Sportartikel-Marke Mammut gar leicht zulegte. Die Belebung habe sich in allen Regionen gezeigt, am ausgeprägtesten aber in China, so Conzzeta.

In der künftig einzigen Sparte Bystronic, welche Maschinen zur Blechbearbeitung herstellt, lag der Umsatz nach neun Monaten mit 566,8 Millionen Franken organisch um 9,5 Prozent unter dem Vorjahr. Der Auftragseingang verfehlte den Vergleichswert von 2019 allerdings um über 18 Prozent.

Um die Auswirkungen des Umsatzeinbruchs aufzufangen, hatte Conzzeta bereits im April ein Kostensenkungsprogramm angekündigt, wobei ein Personalabbau aber nicht vorgesehen ist. Bis Ende 2020 sollen die Kosten um rund 40 Millionen Franken reduziert werden. Etwa die Hälfte davon soll durch eine Reduktion der Betriebskosten erreicht werden und die andere Hälfte über die Personalkosten.

Mit Strategie zur Fokussierung auf Kurs
Zur Umsetzung der angekündeten Fokussierungsstrategie der Gruppe hiess es in der aktuellen Mitteilung, dass diese „weitgehend wie geplant“ vorankomme.

Den bisherigen Ausblick auf das Gesamtjahr 2020 bestätigt Conzzeta. Demnach wird für das Gesamtjahr 2020 ein Betriebsergebnis im mittleren zweistelligen Millionen-Bereich bei einem deutlich tieferen Umsatz als 2019 in Aussicht gestellt. In dieser Prognose ist der bereits kommunizierte Gewinn durch die Veräusserung von Schmid Rhyner in der Höhe von gut 48 Millionen Franken enthalten.

Conzzeta befindet sich in einem Übergangsjahr, denn das traditionsreiche Zürcher Unternehmen will sich bekanntlich auf die Sparte Blechbearbeitung konzentrieren. Die Sparten Outdoor mit der Marke Mammut und Chemische Spezialitäten (FoamPartner) werden demnach abgestossen. Die Vorbereitungen dazu sind abgeschlossen. Für den Verkauf von FoamPartner fanden bereits konkrete Gespräche statt.

Aktie legt zu
Die Börse reagiert positiv auf das Gezeigte. Die Aktie steht derzeit 1 Prozent höher bei 970 Franken, kostete im Tageshoch aber auch schon 980 Franken. Die Credit Suisse etwa meinte in einem Kommentar, dass die solide Erholung in den Sparten Mammut und Chemie positiv für die anstehenden Verkaufsverhandlungen seien.

Und die Zürcher Kantonalbank sieht das Unternehmen zwar hart von der aktuellen Wirtschaftskrise getroffen, attestiert ihm gleichzeitig aber dank der vorhandenen liquiden Mittel und dem stabilen Aktionariat eine beruhigende Ausganslage in dieser turbulenten Zeit. Die angestrebte Fokussierung auf den Blechbereich sei zudem für die Investoren interessant. (awp/mc/pg)

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