Conzzeta setzt in den ersten neun Monaten deutlich weniger um

Michael Willome
Conzzeta-CEO Michael Willome. (Foto: Conzzeta)

Zürich – Der Mischkonzern Conzzeta hat in den ersten neun Monaten des Jahres 2019 klar weniger umgesetzt als im Vorjahr. Zu einem Teil ist dafür der Verkauf des Glasbearbeitungsgeschäfts verantwortlich, aber auch organisch gingen die Verkäufe in den beiden grösseren Divisionen zurück.

Der Nettoumsatz reduzierte sich in den Monaten Januar bis September gegenüber der Vorjahresperiode um 13 Prozent auf 1,14 Milliarden Franken. Bereinigt um Währungs- und Konsolidierungseffekte ergab sich ein organisches Minus von 7,0 Prozent, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Im ersten Halbjahr lag das organische Minus noch bei 5,6 Prozent. Damit hat sich die Abwärtsbewegung im dritten Quartal noch etwas beschleunigt. Die Umsatz-Erwartungen der Analysten wurden denn auch nicht ganz erreicht.

Conzzeta berichtet nur noch über die fortgeführten Geschäft, denn die Glasbearbeitungssparte (Bystronic Glass) wurde per 1. April 2019 nach Finnland verkauft.

Blechbearbeitung und Chemie je 10% unter Vorjahr
Das grösste Segment Blechbearbeitung (Sheet Metal Processing, Bystronic) erreichte einen Umsatz von 662,3 Millionen und das Segment Chemische Spezialitäten einen solchen von 265,4 Millionen. Im Vergleich zur Vorjahresperiode bedeutet das für beide Geschäfte ein Rückgang von 10 Prozent. Das Segment Outdoor mit der Marke Mammut dagegen setzte mit 186,7 Millionen knapp 2 Prozent mehr um.

Der Nettoumsatz der fortgeführten Geschäfte habe im dritten Quartal in allen Regionen und Segmenten unter dem Vorjahr gelegen, so Conzzeta. Der Rückgang reflektiere hauptsächlich das nochmals anspruchsvollere Marktumfeld mit der generellen wirtschaftlichen Abkühlung und akzentuierten nachteiligen Wechselkursveränderungen.

Kunden verschieben Liefertermine
Mit Blick auf die Hauptsparte Bystronic erklärte ein Sprecher gegenüber AWP die unerwartet schwache Entwicklung im dritten Quartal mit Verschiebungen der Liefertermine seitens der Kunden. Zu Stornierungen von Bestellungen sei es aber bisher nicht gekommen, sagte er. „Unsere Kunden haben Aufträge und wir sind deshalb für das vierte Quartal der Sparte zuversichtlich.“

Ein kleiner Lichtblick in dieser Hinsicht ist auch der Auftragseingang im Bereich Blechbearbeitung im dritten Quartal. Dieser zog leicht um 0,4 Prozent auf 242,9 Millionen Franken an. Das geringere Auftragsvolumen in Amerika wurde dabei durch höhere Bestellungen in Europa und Asien kompensiert. Im ersten Halbjahr war der Auftragseingang der Division noch um 12,4 Prozent geschrumpft.

Mammut von Lieferproblemen gebremst
Die Sparte Outdoor wurde laut dem Sprecher im dritten Quartal von Lieferproblemen gebremst. Diese seien teils extern bedingt gewesen und teils intern wegen Koordinationsproblemen im Zusammenhang mit der Lancierung der neuesten Kollektion. Diese Probleme seien zu einem guten Teil nun aber gelöst und die Kollektion erfreue sich einer guten Nachfrage.

Für das Gesamtjahr 2019 hält das Unternehmen an der Prognose vom August fest. Demnach wird für das fortgeführte Geschäft mit einem Nettoumsatz leicht unter Vorjahr gerechnet. Zudem soll das Betriebsergebnis über die Segmente hinweg breiter abgestützt sein und zu einer leicht verbesserten EBIT-Marge führen.

Diese Prognose impliziert eine Verbesserung des Geschäftsgangs im vierten Quartal, was der Sprecher auch bestätigt. „Wir erwarten im Schlussquartal gegenüber dem dritten eine deutliche Verbesserung.“

An der Börsen wurden die verfehlten Erwartungen mit einem Minus der Aktie von 1,2 Prozent quittiert. Die Analystenreaktion auf die Zahlen fielen allerdings trotz der schwächeren Zahlen gemässigt aus. (awp/mc/pg)

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