Die Schweiz öffnet die Grenze zu allen EU/EFTA-Staaten am 15. Juni

Karin Keller-Sutter
Justizministerin Karin Keller-Sutter. (Screenshot)

Bern – Die Schweiz öffnet am 15. Juni die Grenzen zu den EU- und Efta-Staaten und nicht nur gegenüber Deutschland, Frankreich und Österreich. Angesichts der Pandemie-Lage erscheine dies möglich, so der Bundesrat. Diese Linie entspreche derjenigen vieler europäischer Länder.

Das EJPD hatte bereits Mitte Mai angekündigt, dass die Grenzen zu Österreich, Deutschland und Frankreich in Absprache mit den Behörden dieser Länder am 15. Juni vollständig geöffnet werden sollen. Angesichts der aktuellen epidemiologischen Lage können die geltenden Einreisebeschränkungen nun auch gegenüber den weiteren EU/EFTA-Staaten und dem Vereinigten Königreich per 15. Juni aufgehoben werden.

Die Linie des Bundesrates entspricht derjenigen vieler europäischer Länder. Anlässlich der informellen Videokonferenz der Innenminister der Schengen-Staaten von Freitag haben zahlreiche Minister den Wunsch geäussert, zur Normalität zurückzukehren und am 15. Juni die Kontrollen an den europäischen Binnengrenzen aufzuheben. Zwischen der Schweiz, Österreich und Deutschland wurden die Einreisebeschränkungen bereits am 16. Mai 2020 gelockert. Aus allen anderen EU/EFTA-Staaten ist die Einreise in die Schweiz bis am 15. Juni nur in Ausnahmefällen erlaubt.

«Wichtiges, positives Signal des Bundesrates»
Schweiz Tourismus freut sich «ausserordentlich» über den Entscheid des Bundesrates, die Grenzen früher als geplant für die EU- und Efta-Staaten sowie zu Grossbritannien zu öffnen. Mit dem positiven Signal werde eine Unsicherheit aus dem Weg geräumt und den Reisenden ein Stück Sicherheit zurückgegeben.

Die Schweizer Tourismusbranche sei angewiesen auf Gäste aus Europa, sagte der Sprecher von Schweiz Tourismus, Markus Berger, am Freitag auf Anfrage. Diese machten 55 bis 60 Prozent der Reisenden aus und hätten in den letzten Monaten gefehlt.

Und auch nach den ersten Öffnungsentscheiden habe die unübersichtliche Situation die Gäste davon abgehalten, in die Schweiz zu reisen. Diese Vertrauenslücke sei durch den Bunderatsentscheid nun geschlossen worden und es herrsche Klarheit in Europa. «Die Unsicherheiten bremsen nicht mehr», sagte Berger.

«Nur von Vorteil»
Dass sich nun gleichzeitig auch die Schweizer Reisenden vermehrt für Ferien im Ausland entscheiden könnten, ist für Berger kein Grund zur Sorge. Denn der Schweizer Tourismus könne auch bei offenen Grenzen bestehen. Das habe er letztes Jahr bewiesen, als nicht nur mehr ausländische Gäste, sondern auch mehr Schweizerinnen und Schweizer Ferien in der Schweiz gemacht hätten. «Offene Grenzen sind für den Schweizer Tourismus nur von Vorteil», sagte Berger.

Trotz der früheren Grenzöffnung rechnet er mit einem der schlimmsten Jahre, die der Tourismus in der Schweiz je erlebt habe. Die letzte KOF-Prognose sei von einem Minus von 30 Prozent ausgegangen. «Wenn nun wegen der etwas früheren Grenzöffnung ein paar hundert oder tausend zusätzliche Touristen in die Schweiz kommen, kann das die Situation noch nicht retten», sagte Berger. (awp/mc/pg)

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