Dufry steigert Umsatz dank Übernahmen markant

Julían Díaz

Dufry-CEO Julían Díaz. (Foto: Dufry)

Basel – Der Reisedetailhändler Dufry ist in den ersten neun Monaten dank den Übernahmen von Nuance und World Duty Free (WDF) kräftig gewachsen. Organisch gingen die Verkäufe allerdings zurück und aufgrund von Einmalkosten resultierte unter dem Strich ein hoher Verlust. Mit den Fortschritten bei der Integration sieht sich Dufry auf Kurs und passt seine Organisation der neuen Grösse an. An der Börse werden die Neuigkeiten gut aufgenommen.

Am Umsatzsprung um 44% auf 4,22 Mrd CHF hatte die Übernahme von Nuance und die erstmalige Konsolidierung von WDF seit August den grössten Anteil. Organisch schrumpfte der Umsatz von Dufry dagegen um 4,9%, teilte die Gesellschaft am Dienstag mit. Als Begründung streicht Dufry vor allem die tiefere Kaufkraft der Kunden aus Brasilien und Russland wegen der Abwertung der entsprechenden Währungen hervor.

„Die neue Dufry ist geographisch deutlich breiter aufgestellt und kann damit künftig regionale Schwächen besser ausgleichen“, sagte CEO Julian Diaz an der Medienkonferenz vom Dienstagnachmittag. Ohne den negativen Einfluss von Brasilien und Russland sei Dufry organisch um knapp 5% gewachsen. Die Performance in den übrigen Ländern und Märkten sei in den ersten neun Monaten insgesamt erfreulich gewesen.

Hoher Verlust wegen Einmalkosten – mit Synergiezielen auf Kurs
Auf Stufe EBITDA resultierte in den ersten neun Monaten eine Steigerung von 23% auf 508 Mio CHF, bei einer Marge von 12%. Unter dem Strich resultierte wegen Einmalkosten ein Verlust nach Minderheiten von 37,3 Mio, dies nach einem Gewinn von 55,8 Mio im Vorjahr. Unter Ausschluss dieser Einmalkosten erreichte der Reingewinn in den ersten neun Monaten 65,2 Mio nach 81,4 Mio im Vorjahr.

Auch im vierten Quartal und im Laufe des Geschäftsjahrs 2016 müsse mit Abschreibungen und Einmalkosten gerechnet werden, so Finanzchef Andreas Schneiter. Für 2016 geht Dufry weiterhin von Synergien im Zusammenhang mit der Nuance-Übernahme von insgesamt 70 Mio CHF aus. Im laufenden Jahr seien davon bis anhin bereits 20 Mio CHF realisiert worden. Für WDF wird nach Abschluss der Integration eine Spanne zwischen 95 bis 110 Mio genannt.

EBITDA-Marge von 13,5% erwartet
Im abgelaufenen Quartal seien Massnahmen ergriffen worden, um das organische Wachstum zu beschleunigen, betonte der Dufry-CEO. In Brasilien und Russland sollten die Effizienzsteigerungen greifen und Einsparungen von 20 Mio CHF Franken bringen. Zudem sollen erneuerte Ladenflächen und Aktionen mit Markenpartnern weiteres Wachstum bringen.

Mit Blick auf die EBITDA-Marge will Dufry bereits 2016 auf das Niveau von vor der Übernahme zurückkehren. Die erwarteten Synergien sowie Effizienzsteigerungen werden ein Anstieg auf etwa 13,5% möglich machen, so Diaz. Bezüglich des organischen Wachstum wolle er zur Zeit keine konkrete Prognosen abgeben. Er erwarte aber, das Dufry am globalen Passagierwachstum partizipieren werde.

Strategische Ausrichtung bleibt – Aktie deutlich im Plus
Bereits vergangene Woche hatte Dufry die ab 1. Januar 2016 geltende Neugliederung in fünf regionale Divisionen bekannt gegeben. Die strategische Ausrichtung auf profitables Wachstum werde auch in der neuen Struktur beibehalten, so der Dufry-Chef am Berichtstag. Mittelfristig seien hierbei auch Ergänzungsakquisitionen sowie Übernahmen in asiatischen Wachstumsmärkten denkbar.

An der Börse wurden die Zahlen, die beim Umsatz und EBITDA über den Erwartungen ausgefallen sind, hocherfreut aufgenommen. Die Papiere schlossen im praktisch unveränderten Markt mit einem Kursplus von 5,9% bei 123,70 CHF. Zu den Jahreshöchstständen von Mitte April bei über 150 CHF, die im Nachgang an die Bekanntgabe der Übernahme von World Duty Free markiert worden waren, fehlt damit aber immer noch ein grosses Stück. (awp/mc/upd/ps)

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