Dufry leidet stark unter der Coronakrise

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(Foto: Dufry)

Basel – Der Reisedetailhändler Dufry hat im ersten Semester stark unter der Coronakrise gelitten. Eine rasche Erholung ist nicht in Sicht und die Aktie wird abermals auf Talfahrt geschickt.

Dufry-CEO Juliàn Diaz sprach an der Medienkonferenz vom Montag von einem „äusserst schwierigen“ Semester für sein Unternehmen und die gesamte Reisebranche. Insbesonders im zweiten Quartal schlugen die Reisebeschränkungen und der eingebrochene Flugverkehr mit einer Umsatzeinbusse von 93 Prozent voll auf die Ergebnisse des Marktfüherers durch. Für das Halbjahr resultierte ein Umsatzminus von 62 Prozent auf noch 1,59 Milliarden Franken.

Auf Stufe EBIT musste Dufry zum Halbjahr einen massiven Verlust von 933 Millionen hinnehmen, nach einem Gewinn von 123 Millionen im Vorjahr. Unter dem Strich lag der Verlust bei 903 Millionen nach einem Fehlbetrag von 107 Millionen bereits im Vorjahr.

Kostensenkung um 1 Milliarde Franken
Dank den im ersten Halbjahr erfolgten Massnahmen zur Sträkung der Bilanz verfügte Dufry per Mitte Jahr über flüssige Mittel in Höhe von 1,59 Milliarden. Damit sollte die Finanzierung bis Ende 2021 sichergestellt sein, sagte Finanzchef Yves Gerster im Videointerview mit AWP.

Auch mit dem eingeleiteten Sparprogramm sieht sich das Unternehmen auf Kurs. Gegenüber 2019 soll die Fixkostenbasis um 1 Millarde Franken gesenkt werden. Im ersten Halbjahr seien davon bereits 470 Millionen realisiert worden, so der Dufry-Chef. Die Kosten für die Restrukturierung bezifferte er auf 63 Millionen.

Langsame Wiederbelebung
Mit Blick auf die aktuelle Lage ist laut Management seit Anfang Juni ein leichter Aufwärtstrend erkennbar. Von den insgesamt 2’400 Geschäften seien aktuell wieder etwas mehr als 1’000 geöffnet, bis Ende August sollen es mehr als die Hälfte oder rund 70 Prozent des Umsatzpotenzials sein.

In den ersten vier Wochen des Monats Juli ging der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr aber noch immer um 82 Prozent zurück. Auf einen konkreten Ausblick für das Gesamtjahr verzichtet Dufry daher. Das Management rechnet vielmehr in Szenarien – dabei wird mit einem Umsatzrückgang zwischen 40 und 70 Prozent gerechnet, wobei der Cash-Abfluss pro Monat bei der pessimistischsten Annahme bei rund 60 Millionen Franken zu liegen kommen soll. Mit einer Erholung der Umsätze auf das Vorkrisenniveau wird erst ab 2022 ge rechnet.

Aktien drehen ins Plus
An der Börse haben die Dufry-Aktien nach anfänglichen Verlusten ins Plus gedreht und den Handel 2,5 Prozent höher bei 23,71 Franken abgeschlossen. Allerdings stehen die Titel seit Ausbruch der Corona-Krise stark unter Druck. Seit Anfang Jahr steht ein Minus von beinahe 80 Prozent zu Buche.

Die vorbörslich publizierten Zahlen hatten die Erwartungen der Analysten verfehlt. Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung sei weiterhin gross, so der Tenor. Allerdings strichen die Experten in ersten Kommentaren auch die Fortschritte auf der Kostenseite postiv hervor. (awp/mc/pg)

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