Experten rechnen mit Abkühlung der rekordhohen Immobilienpreise

Einfamilienhaus
(Foto: Marcel Schauer - Fotolia.com)

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Zürich – Trotz reger Bautätigkeit und staatlicher Eingriffe in den Hypothekenmarkt haben die Preise für Wohneigentum ein neues Rekordniveau erreicht. Die Immobilien-Experten von Wüest & Partner rechnen nun für 2013 mit einer Abkühlung des Booms, auch bei angebotenen Mietwohnungen. Die Angebotsmieten dürften noch um 1,6% steigen, nachdem das Plus im letzten Jahr 2,3% betragen hatte. Wüest & Partner spricht in dem am Dienstag veröffentlichten «Immo-Monitoring» von einem leichten Preisanstieg, auch wenn dieser weiterhin deutlich über der allgemeinen Teuerung liegt.

Preisdämpfend wirken laut der Studie insbesondere die zu erwartende Ausdehnung des Angebots an inserierten Mietwohnungen. In den Regionen Genfsee (+2,5%) und Zürich (+2,4%) werden aber weiterhin stärkere Anstiege erwartet. Besonders freie Mietwohnungen im unteren Preissegment sind rar. Obwohl einige Mieter angesichts tiefer Hypothekarzinsen Wohneigentum gekauft haben, hat sich die Lage bei den Angebotsmieten nicht entspannt; «vielmehr kompensierte bis anhin die Zuwanderung aus dem Ausland die starke Binnennachfrage nach Wohneigentum», schreibt Wüest & Partner.

Langzeitmieter profitieren
So haben sich die Angebotsmieten seit 2005 um satte 25% verteuert. Die Studienautoren betonen jedoch auch, dass langjährige Mieter von den tiefen Hypozinsen auch profitiert haben. Aufgrund des tieferen Referenzzinssatzes sollten die Nettomieten seit 2005 im Schnitt um 5% gesunken sein.

Grosses Angebot an Eigentumswohnungen – Nachfrage bleibt robust
Grösser wird durch den Bauboom das Angebot an Eigentumswohnungen. Gemäss der Studie war der Markt selten so liquid wie heute. Derzeit würden 5,8% aller bestehenden Eigentumswohnungen zum Kauf offeriert. An der Spitze stehen die Kantone Waadt und Tessin sowie besonders Tourismusgemeinden.

Die Eigentumswohnungen bleiben auch länger leer: Die so genannte Vermarktungsdauer ist in touristischen Gemeinden in den letzten drei Jahren von 66 auf 94 Tage gestiegen. Wüest & Partner spricht aber nicht von Anzeichen einer Blase. Denn dem breiteren Angebot stünden «stabile Absorptionsraten und moderate Leerstandquoten» gegenüber, was von einer «robusten Nachfrage» zeuge. Dennoch dürfte der Preisanstieg für Eigentumswohnungen von 5,1% im 2012 auf 0,9% im laufenden Jahr nachlassen, hiess es.

Leichte Beruhigung bereits in der zweiten Jahreshälfte 2012
In einigen Boomregionen sei es bereits im zweiten Halbjahr 2012 zu einer Beruhigung gekommen, etwa in Genf, Lausanne, Vevey, Morges oder Saanen (Gstaad). Auch andere Immobilienbeobachter haben bereits berichtet, dass nicht mehr alle Preise für Luxuswohnungen gezahlt würden.

«Occasions-Häuser»
Bei den Einfamilienhäusern hat die Bautätigkeit weiter abgenommen. In der Folge hat sich der «Occasionsmarkt» vergrössert und die Transaktionspreise sind in allen Kantonen gestiegen. Am grössten ist das Plus mit 12% im Kanton Schwyz.

Sinkende Preise in den Regionen Genfersee und Graubünden
Im vierten Quartal 2012 häufte sich allerdings die Zahl der Regionen mit sinkenden Preisen. In 39 von 106 separat ausgewiesenen Regionen wurden Einfamilienhäuser billiger. Dazu zählen Regionen am Genfersee oder im Kanton Graubünden, wo die Preis in den letzten Jahren erheblich gestiegen sind. Schweizweit erwartet Wüest & Partner für das laufenden Jahr mit einem weiteren Preisanstieg von 2,1% nach 3,6% im letzten Jahr. (awp/mc/pg)

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