Exportrekord für die Schweiz

Exporte
(Foto: anekoho - Fotolia.com)

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Bern – Die Schweiz hat im vergangenen Jahr so viel exportiert wie noch nie und damit den bisherigen Höchststand aus dem Jahr 2008 übertroffen. Stagniert haben dagegen die Importe in die Schweiz, womit der Überschuss der Handelsbilanz ebenfalls einen neuen Rekordwert erreichte. Mit 30,0 Mrd CHF fiel er um 6,4 Mrd höher aus als im Vorjahr.

Von Januar bis Dezember 2014 wuchsen die Warenexporte um 3,5% auf 208,3 Mrd CHF (real +1,8%), wie die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) am Dienstag mitteilte. Dagegen stagnierten die Importe bei 178,3 Mrd CHF (nominal +0,4%, real -1,7%). Die Preise der Exportgüter stiegen den Angaben zufolge um 1,7%, die Importwaren verteuerten sich insgesamt um 2,1%.

Zugpferd Pharmaindustrie
Produkte aus der chemisch-pharmazeutischen Industrie machten mit einem Anteil von 41% beziehungsweise 85,3 Mrd CHF den Grossteil der Schweizer Exporte aus. Diese Industriesparte konnte ihre Exporte im vergangenen Jahr um 5% steigern und trug 60% zum letztjährigen Exportplus bei. Pharmaunternehmen steigerten ihre Exporte gegenüber dem Vorjahr um über 6% und exportierten erstmals pharmazeutische Produkte im Wert von mehr als 70 Mrd CHF. Über die Hälfte dieser Ausfuhren wurde in die EU geliefert. Der Exportüberschuss erreichte mit mehr als 40 Milliarden Franken einen neuen Höchststand.

Das stärkste Wachstum verzeichnete jedoch die Bijouterie- und Juwelierbranche. Sie konnte ihre Exporte um 18% steigern. Die Uhrenindustrie verzeichnete ein Exportwachstum von 1,9%, die Exporte der Maschinen- und Elektroindustrie, der zweitwichtigsten Exportbranche der Schweiz, stagnierten.

Abgesehen von Lateinamerika und Ozeanien stiegen die Ausfuhren nach allen Kontinenten. Die meisten Produkte exportierte die Schweiz nach Europa (120,7 Mrd CHF) und Asien (45,3 Mrd). Auf diesen Märkten wuchsen die Exporte gegenüber dem Vorjahr um je 3%. Die Ausfuhren nach Nordamerika wuchsen sogar um 10% und erreichten den neuen Rekordwert von 25,9 Mrd CHF.

Importe stagnieren erneut
Die Importe stagnierten schon das zweite Jahr in Folge. Ins Auge sticht insbesondere der vor allem preisbedingt deutlich gesunkene Import von Energieträgern (-16,6%). Aber auch die übrigen Hauptgruppen hätten eine eher schwache Entwicklung gezeigt, so die EZV. So seien die Importe von Konsumgütern – der mit Abstand grössten Gruppe – um 3% auf 82,6 Mrd CHF gestiegen. Die Hälfte dieser Mehrimporte entfiel dabei auf Arzneiwaren. Die Einfuhr von Investitionsgütern nahm um 1% auf 42,3 Mrd CHF zu, während die Einfuhren von Rohstoffen und Halbfabrikaten mit 41,4 Mrd praktisch auf Vorjahresniveau verharrten.

Dezember profitiert von zusätzlichem Arbeitstag
Im Dezember hat der Schweizer Aussenhandel exportseitig dank eines zusätzlichen Arbeitstages deutlich zugelegt, während die Importe stagnierten. Bereinigt um diesen Effekt wuchsen die Ausfuhren weniger deutlich und die Einfuhren gingen sogar zurück. Die Handelsbilanz wies im letzten Kalendermonat einen Überschuss von 1,5 Mrd CHF aus.

Konkret stiegen die Ausfuhren im Dezember um 7,2% auf 15,78 Mrd CHF (real +2,1%), arbeitstagbereinigt waren es +2,1% bzw. -2,7%. Die Importe gingen derweil um 0,2% auf 14,26 Mrd CHF zurück (real -0,4%), auf bereinigter Basis waren es gar -4,9% und -5,2%. Die Preise der Exportgüter zogen im Dezember mit +5,0% deutlich an, derweil jene der Importwaren stagnierten. (awp/mc/pg)

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