Finanzbranche im Fokus von Bundesrats-Reise in Ägypten und Katar

Finanzbranche im Fokus von Bundesrats-Reise in Ägypten und Katar
Bundesrat Ueli Maurer, Vorsteher EFD. (Foto: Schweizerische Bundeskanzlei)

Bern – Bundesrat Ueli Maurer hat sich auf einer viertägigen Reise nach Ägypten und Katar für eine Belebung der bilateralen Beziehungen im Finanzbereich stark gemacht. Begleitet wurde der Finanzminister von Vertretern des Schweizer Banken- und Versicherungssektors.

Ziel der Reise von Samstag bis Dienstag waren Gespräche mit Behörden und Institutionen, wie das Eidgenössische Finanzdepartement zum Abschluss der Reise mitteilte.

In der ägyptischen Hauptstadt Kairo traf Maurer seinen Amtskollegen Mohamed Ahmed Maait und Zentralbankgouverneur Tarek Hassan Amer. Sie besprachen die wirtschaftlichen Folgen der Covid-Pandemie, die Rahmenbedingungen für Investitionen, die Vertiefung der bilateralen Beziehungen sowie die Zusammenarbeit in verschiedenen Themen des Finanzbereichs.

Ägypten ist laut dem Bund der wichtigste Schweizer Exportmarkt auf dem afrikanischen Kontinent. Rund 70 Schweizer Firmen beschäftigen in Ägypten gegen 10’000 Mitarbeitende. Ägypten ist zudem ein prioritäres Schwerpunktland der Schweiz in der wirtschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit.

Im Emirat Katar am Persischen Golf verfügen rund 30 Schweizer Firmen über eine ständige Präsenz mit insgesamt über 1000 Mitarbeitenden. Maurer traf dort ebenfalls Finanzminister Ali bin Ahmed Al Kuwari und Zentralbankgouverneur Sheikh Abdulla Bin Saoud Al-Thani.

Thema des Austauschs waren unter anderem die Rahmenbedingungen für Investitionen. Zudem tauschten sich die Minister über das Potential digitaler Technologien im Bereich nachhaltiger Finanzdienstleistungen aus.

Kritik von Menschenrechtlern
Amnesty International reagierte enttäuscht darüber, dass Maurer bei seinem Besuch «die katastrophale Menschenrechtslage» in Ägypten nicht öffentlich zur Sprache brachte. Das Bekenntnis der Schweiz zum universellen Schutz der Menschenrechte müsse zwingend Bestandteil eines «solch hochrangigen Ministertreffens» sein.

Dem Regime in Ägypten werde sonst «das bedenkliche Signal übermittelt, dass für die Schweiz Wirtschaftsinteressen über Menschenrechten stehen und man bereit ist, die brutale Repression im Land auszublenden», hiess es in einer Stellungnahme der Menschenrechtsorganisation.

Und auch im Fall von Katar wäre es gemäss Amnesty angezeigt gewesen, «Besorgnis über die fortdauernde Ausbeutung von Wanderarbeitenden vor der Fussballweltmeisterschaft 2022 zu äussern». (awp/mc/ps)

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