Firmenkonkurse ziehen in ersten vier Monaten 2022 deutlich an

Firmenkonkurse ziehen in ersten vier Monaten 2022 deutlich an
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Zürich – Die Zahl der Firmenkonkurse in der Schweiz hat in den ersten vier Monaten des Jahres deutlich angezogen. Die Insolvenzen haben damit das Niveau von vor der Corona-Pandemie wieder überschritten, wie der Wirtschaftsinformationsdienst Creditreform feststellt.

Der Trend, der sich schon vor zwei Monaten abgezeichnet habe, setze sich damit fort, teilte Creditreform am Donnerstag anlässlich der alle zwei Monate erfolgenden Publikation zu den Firmen- und Privatkonkursen mit. Die Firmenkonkurse liegen demnach um etwa 5 Prozent über dem Mittel der beiden Vor-Corona-Jahre 2018 und 2019.

Laut Creditreform seien vor allem Firmen gefährdet, welche sich schon vor der Pandemie in finanzieller Schräglage befunden und nur dank der vielfältigen staatlichen Massnahmen überlebt hätten.

Von Januar bis April steigen die Firmeninsolvenzen um über einen Drittel auf 2108. Zu den «regulären» Firmeninsolvenzen kamen noch 1067 Insolvenzverfahren wegen Organisationsmängeln (+53%), also nach Artikel 731b des Obligationenrechts. Der starke Zuwachs hat laut dem Gläubigerverband allerdings mit einer gesetzlichen Änderung zu tun, die seit Anfang 2021 in Kraft ist.

Setze sich diese Entwicklung fort, rechnet Creditreform im Gesamtjahr 2022 mit rund 6700 Insolvenzen. Für das Jahr 2021 wurden noch rund 5200 Firmenpleiten gemeldet.

Privatkonkurse «noch» rückläufig
Rückläufig war in den ersten vier Monaten hingegen die Zahl der Privatkonkurse: So wurden 2863 Konkurse von Personen verzeichnet, was einem Rückgang um 10 Prozent entsprach. Beim grössten Teil der Privatkonkurse handelte es sich um Fälle, bei denen das Erbe einer verstorbenen Person ausgeschlagen wurde.

Creditreform warnt davor, dass je nach Konjunkturverlauf die Teuerung oder ein Jobverlust die Lebenshaltungskosten im Verhältnis zum verfügbaren Einkommen stark ansteigen lassen könnte. Dies würden den Rückgang der Privatkonkurse jäh bremsen.

Derweil sank allerdings auch die Zahl der Neugründungen von Firmen, nämlich um gut 5 Prozent auf 16’640. Zieht man die ebenfalls rückläufigen Löschungen aus dem Handelsregister ab, so ergab sich bei den Firmen ein negatives Nettowachstum von -1 Prozent auf 7541. Für das Gesamtjahr erachtet der Wirtschaftsinformationsdienst einen neuen Rekord bei Nettowachstum allerdings weiterhin als möglich. (awp/mc/ps)

Creditreform

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