Firmenkonkurse ziehen in ersten zwei Monaten 2022 deutlich an

Firmenkonkurse ziehen in ersten zwei Monaten 2022 deutlich an
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Zürich – Die Zahl der Firmenkonkurse in der Schweiz hat in den ersten zwei Monaten des Jahres deutlich angezogen. Die Insolvenzen haben damit das Niveau von vor der Corona-Pandemie wieder erreicht, stellt der Wirtschaftsinformationsdienst Creditreform fest.

Während der Pandemie hatte sich die Zahl der Konkurse wegen der staatlichen Hilfsprogramme rückläufig entwickelt. Im Februar kam es laut der am Dienstag veröffentlichten neuen Statistik von Creditreform zu 519 Insolvenzen nach deren 361 noch ein Jahr davor (+44 Prozent). In den ersten zwei Monaten des Jahres summiert sich die Zahl der Firmenpleiten auf 1014, was einem Anstieg von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Vor-Corona-Niveau wieder erreicht
Zu den «regulären» Firmeninsolvenzen kamen im Januar und Februar noch 548 Insolvenzverfahren wegen Organisationsmängeln (+79 Prozent), also nach Artikel 731b des Obligationenrechts. Der starke Zuwachs hat laut dem Gläubigerverband allerdings mit einer gesetzlichen Änderung zu tun, die seit Anfang 2021 in Kraft ist.

Die Konkurszahlen lägen nun in etwa auf dem Niveau der Jahre 2018 und 2019, stellte der Wirtschaftsinformationsdienst fest. Setze sich dieser Trend fort, rechnet Creditreform wieder mit über 6’000 Insolvenzen für das laufende Jahr. Für das Jahr 2021 hatte Creditreform noch rund 5200 Firmenpleiten vermeldet.

Rückläufig war dagegen zum Jahresbeginn die Zahl der Privatkonkurse: In den ersten beiden Monaten wurden 1422 Konkurse von Personen verzeichnet, was einem Rückgang um knapp 5 Prozent entsprach. Beim grössten Teil der Privatkonkurse (1263) handelte es sich um Fälle, bei denen das Erbe einer verstorbenen Person ausgeschlagen wurde.

Weniger Neugründungen
Derweil sank allerdings auch die Zahl der Neugründungen von Firmen, sie blieb aber laut Creditreform auf hohem Niveau. Im Februar war ein Rückgang der Neueintragungen im Handelsregister von 4 Prozent zu verzeichnen, in den ersten beiden Monaten des Jahres wurden mit 8031 Neueintragungen (-1,3 Prozent) leicht weniger Firmen gegründet als noch im Vorjahreszeitraum.

Bereinigt um die deutlich stärker rückläufigen Löschungen resultierte für Januar und Februar dennoch ein Nettowachstum von 3624 Firmen, rund 12 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch für das laufende Jahr rechnet Creditreform mit einem leichten Rückgang der Neueintragungen und mit gleichzeitig stärker rückläufigen Löschungen – was entsprechend zu einem etwas höheren Nettowachstum als im Vorjahr führen dürfte. (awp/mc/ps)

Creditreform

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