Forbo: Gewinnwachstum hält nicht mit dem Umsatz mit

Stephan Bauer
Forbo-CEO Stephan Bauer. (Foto: Forbo)

Baar – Die Industriegruppe Forbo weist für das Geschäftsjahr 2017 ein Umsatzplus aus. Den Gewinn vermochte das in der Entwicklung und Herstellung von Bodenbelägen und Förderbändern tätige Unternehmen jedoch nicht im selben Ausmass zu steigern. Grund dafür sind hauptsächlich höhere Rohstoffpreise, die nicht vollumfänglich an die Kunden weitergereicht werden konnten. Darüber hinaus wurde das Ergebnis von Forbo auch noch durch eine Kartellstrafe in Frankreich getrübt.

Der Konzernumsatz von Forbo stieg um 5,1% auf 1,264 Mrd CHF, wobei beide Geschäftsbereiche zum Umsatzwachstum beitrugen. Unterschiedlich entwickelten sich die beiden Forbo-Divisionen punkto Profitabilität: Für die Division Flooring Systems, in dem das Geschäft mit Bodenbelägen und Bauklebstoffen zusammengefasst ist und die rund zwei Drittel zum Konzernumsatz beiträgt, vermeldet Forbo einen Rückgang der EBIT-Marge, der hauptsächlich mit gestiegenen Rohstoffpreisen begründet wird.

Im Geschäft mit Förderbändern der Sparte Movement Systems, die zudem auch die höhere Wachstumsrate als das Bodengeschäft aufweist, konnte die Gewinnmarge dagegen erhöht werden. Insgesamt betrug das Betriebsergebnis (EBIT) 163,3 Mio CHF, was gegenüber dem Vorjahr einem Plus von 3,9% entspricht. Die konzernweite EBIT-Marge dagegen ist von 13,3% auf 13,1% gesunken. Tatsächlich läge die Marge noch tiefer, da 2017 noch eine Zahlung in einem Kartellverfahren in Höhe von 75 Mio EUR verbucht wurde. Da das Kartellverfahren auf Vorfälle zwischen 1990 und 2013 zurückgeht, wurde die Aufwendung von Forbo als Sonderkosten aus den Gewinnzahlen hinausgerechnet. Inklusive dieser Zahlung beläuft sich der EBIT noch auf 79,9 Mio CHF.

Aktienverkäufe belasten
Der Reingewinn beträgt exklusive Kosten für die Beilegung des Kartellverfahrens 129,8 Mio CHF, inklusive 38,7 Mio CHF. Auf vergleichbarer Basis weist Forbo damit ein Gewinnplus von 1,7% aus. Belastet wurde der Wert nach Angaben des Unternehmens unter anderem durch den Rückkauf eigener Aktien. Dabei sei zwar ein hoher zweistelliger Millionengewinn realisiert worden, der aber gemäss Rechnungslegungsvorschriften nicht erfolgswirksam ausgewiesen werden kann, sondern direkt dem Eigenkapital gutzuschreiben ist. Die Steuerbelastung darauf taucht dagegen im Jahresergebnis auf.

Der Generalversammlung wird eine Ausschüttung von 19 CHF vorgeschlagen, was der Dividende des Vorjahres entspricht. «Wir sind im Verwaltungsrat der Meinung, dass angesichts des effektiv ausgewiesenen Gewinns eine Erhöhung der Dividende nicht angemessen wäre», sagte Forbo-Verwaltungsratspräsident This Schneider anlässlich der Medienkonferenz. In der Vergangenheit sei immer versucht worden, etwa 30% des Gewinns auszuschütten. Das sei aber kein Dogma, so Schneider. «Ich kann mir vorstellen, dass, wenn es gut nach Plan läuft und keine ausserordentliche Effekte hineinspielen, nächstes Jahr eine Dividendenerhöhung drin liegen könnte.»

Vorsichtig optimistischer Ausblick
Alles nach Plan laufen heisst für Forbo für 2018 ein moderates Umsatzwachstum sowie eine Steigerung des Konzernergebnisses im selben Ausmass. Diese Guidance zumindest gab das Management am Dienstag ab. Beeinflusst werden dürfte das Geschäft wie schon 2017 aber durch steigende Rohmaterialpreise. Diese sollten zumindest partiell weitergegeben werden, inwieweit sei aber von Markt zu Markt unterschiedlich, erläuterte Forbo-CEO Stephan Bauer.

«Es wird schwierig, die höheren Rohstoffpreise vollumfänglich auf die Kunden zu überwälzen», sagte auch Schneider. Mit besserer Effizienz sowie besseren Auslastung der Produktionskapazitäten soll der EBIT jedoch laut dem Verwaltungsratspräsidenten dennoch «auf ähnlichem Niveau» steigen wie der Umsatz.

Für viele Analysten kam dieser «vorsichtig optimistische» Ausblick nur bedingt an: Von den Analysten der UBS beispielsweise wurde er als «nicht besonders anregend» bezeichnet, die Experten der Zürcher Kantonalbank hatten einen solchen erwartet. Dies und der Umstand, dass Forbo bei den Gewinnzahlen tendenziell die Erwartungen der Analysten nicht erfüllen konnte, zeigte sich auch am Markt. (awp/mc/pg)

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