GastroSuisse fordert Tourismusgipfel und politisches Handeln

Restaurant
(Foto: Andres Rodriguez - Fotolia.com)

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Bern – Die Schweizer Wohnbevölkerung hat 2015 insgesamt 22.4 Milliarden Franken für Essen und Trinken ausser Haus ausgegeben, 1,1 Prozent weniger als im Vorjahr, wie der Branchenverband GastroSuisse an seiner Jahresmedienkonferenz in Bern mitteilte. Sinkender Ausser-Haus-Konsum, weniger Übernachtungen von europäischen Gästen als Folge der Frankenstärke und Kostendruck sind grosse Herausforderungen.

Gemäss den Analysen von Sascha Schwarzkopf, Leiter Wirtschaftspolitik von GastroSuisse, haben die Ausgaben im Vergleich zum Vorjahr um 260 Millionen abgenommen. „Aufgrund der hohen Personal- und Warenkosten in der Schweiz und wegen des starken Frankens sind die Leistungen der Schweizer Restauration teurer als im benachbarten Ausland“, präzisierte er. „Allein durch Gastronomietourismus fliessen deshalb jährlich rund vier Milliarden Franken ins naheliegende Ausland ab.“ Nach wie vor geben Herr und Frau Schweizer in der traditionellen Restauration am meisten Geld fürs Essen ausserhalb der eigenen vier Wände aus. Die Schnellverpflegung büsste hier nur leicht ein und kam 2015 auf einen Marktanteil von 17,6 Prozent am Ausser-Haus-Konsum.

Sehr angespannte Lage in den Berggebieten
„Die Folgen der Frankenstärke machen dem Gastgewerbe auch über ein Jahr nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses schwer zu schaffen“, erklärte GastroSuisse-Präsident Casimir Platzer. „Vor allem in den Berggebieten und im ländlichen Raum ist die Lage sehr angespannt.“ Erschwerend hinzu kämen Wettbewerbsverzerrungen, ein immenser Kostendruck und die Sorge um die Rekrutierung von erforderlichen Fachkräften in einem Markt, der permanenten Veränderungen unterliegt.

Tourismus-Gipfel gefordert
„Die Ausgangslage ist komplex, ein Patentrezept gibt es nicht“, analysierte Casimir Platzer. Doch für ihn steht fest: das Ausmass der Betroffenheit wird deutlich unterschätzt. „Mir ist es unverständlich, dass die Politik tatenlos zusieht, wenn die Nachfrage in den Berggebieten aus einigen Herkunftsländern um 40 Prozent einbricht.“ Diese Entwicklung tangiere alle Wirtschaftszweige, die vom Tourismus abhängig seien. Ganzen Tälern drohe Abwanderung und Entvölkerung. Der GastroSuisse-Präsident fordert deshalb mit Priorität die Einberufung eines Gipfels zur Stützung des Tourismus im alpinen Raum.

Ein Faktor, der die Wettbewerbsfähigkeit der Branche belaste, seien die hohen Kosten in der Schweiz, hält GastroSuisse weiter fest. Im Gastgewerbe belaufen sich allein die Personal- und Warenkosten zusammen auf gegen 80 Prozent der Gesamtkosten. Zusammen mit starken Allianzpartnern soll deshalb noch in diesem Jahr eine Volksinitiative mit dem Titel „Stop der Hochpreisinsel – für faire Preise“ lanciert werden. Auf diesem Weg sollen eine echte Beschaffungsfreiheit erreicht und überrissene Schweiz-Zuschläge unterbunden werden, die nicht nur die Unternehmer, sondern auch die Konsumenten belasten.

Unternehmerischer Spielraum nötig
GastroSuisse kämpft aber nicht nur gegen Handelshemmnisse, sondern auch gegen Bürokratie und Überregulierung. Die Fülle von Regulierungen sei zu einer hohen Belastung für die KMU geworden, hält Gastrosuisse fest. „Das schwächt unsere Wettbewerbsfähigkeit und hemmt das Wachstum. Vor lauter Administration bleibt immer weniger Zeit, um Gastgeber zu sein“, stellte GastroSuisse-Vizepräsident Ernst Bachmann fest. (mc/pg)

GastroSuisse

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