GDK-Präsident erwartet demnächst schärfere Massnahmen in Kantonen

Coronavirus
Darstellung Coronavirus mit Mutation. (Adobe Stock)

Bern – Lukas Engelberger, Präsident der Kantonalen Gesundheitsdirektionen (GDK), geht davon aus, dass es in Kürze weitere Massnahmen gegen das Coronavirus geben wird. In den Kantonen gäbe es Diskussionen über Verschärfungen, da sich die Lage ungünstig entwickelten. So nahmen die Spitaleinweisungen im Vergleich zur Vorwoche um 84 Prozent zu.

Die Kantone sollten nun ihren Spielraum nutzen, auch wenn dieser limitiert sei, sagte der GDK-Präsident und Basler Gesundheitsdirektor in einem Interview mit den Tamedia-Zeitungen von Montag. Sollte das nicht reichen, um auf die hohen Infektionszahlen zu reagieren, müsse der Bundesrat aktiv werden.

Konkret könnten die Kantone die Zertifikatspflicht auf weitere Einrichtungen und Bereiche ausdehnen – etwa auf Besuchende und Mitarbeitende in Pflegeheimen oder Spitälern. Dies hatte der Kanton Baselland Ende letzter Woche eingeführt, ab Mittwoch zieht der Kanton Basel-Stadt nach.

Verstärkte Massnahmen an Schulen gefordert
Auch die Wiedereinführung der Maskenpflicht sei rasch möglich – etwa an Anlässen mit Zertifikatspflicht oder in den Schulen, sagte Engelberger. Gegenüber CH Media forderte Engelberger «eine Verstärkung der Schutzmassnahmen an den Schulen», um den Schulbetrieb aufrechtzuerhalten. Das könnte zum Beispiel mit einer Maskenpflicht und flächendeckenden repetitiven Pooltests geschehen.

Diese Massnahmen gelten ab Dienstag in Teilen Graubündens. In stark betroffenen Regionen gilt dort die Maskenpflicht ab der dritten Primarschulklasse, teilweise werden Schüler neu wöchentlich zwei Mal getestet, wie der Kanton mitteilte. Ab Mittwoch müssen im Kanton Basel-Stadt Kinder ab der fünften Primarschulklasse im ganzen Kanton wieder eine Maske tragen.

Kantone reagieren unterschiedlich
Die Kantone Luzern und Zürich sehen derzeit keinen Grund für weitere Verschärfungen der geltenden Massnahmen, wie diese auf Anfrage mitteilten. Die Lage werde laufend beurteilt.

Im Kanton Schaffhausen sind derzeit ebenfalls keine Verschärfungen geplant, wie Gesundheitsdirektor Walter Vogelsanger (SP) auf Anfrage sagte. Er wünscht sich ohnehin ein koordiniertes landesweites Vorgehen, wie er am Samstag in einem Interview mit den «Schaffhauser Nachrichten» festhielt.

Im Kanton Solothurn werden derzeit Verschärfungen der Corona-Massnahmen diskutiert, wie Mirjam Andres, Leiterin Kommunikation Pandemiebewältigung, auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte. Der Kanton Zug seinerseits beobachtet die Situation, und zwar mit «grosser Sorge». Verschiedene verschärfende Massnahmen würden vorbereitet.

Das Aargauer Gesundheitsdepartement prüft verschiedene Massnahmen, die dem Regierungsrat zum Beschluss unterbreitet werden könnten. Dabei handelt es sich unter anderem um eine Bewilligungspflicht für öffentliche Veranstaltungen ab 100 Personen. Auch ein Lockdown von Restaurants und Bars steht zur Diskussion.

Nicht bekannt ist, ob der Kanton Bern eine Verschärfung von Corona-Regeln plant. Die wöchentliche Sitzung des Regierungsrats findet jeweils am Mittwoch statt. (awp/mc/pg)

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